BERLIN (dpa-AFX) - Entwicklungsminister Gerd Müller (CSU) hat nach dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts zum Bundes-Klimaschutzgesetz größere Investitionen in eine globale Energiewende gefordert. Vorreiter in der Klimapolitik zu sein heiße auch, über Deutschland hinaus zu denken, forderte Müller am Donnerstag. "Ein weiterentwickeltes Klimaschutzgesetz muss auch Anreize zur CO2-Minderung und Anpassungsinvestitionen in Entwicklungs- und Schwellenländern beinhalten. Ob diese Länder auf erneuerbare oder herkömmliche Energien setzen, ist für die Zukunft des Weltklimas entscheidend", so Müller weiter.

Allein in Afrika seien über 400 Kohlekraftwerke in Planung. "Klar ist: Wenn wir in Deutschland klimaneutral werden, ist das global betrachtet nur ein Tropfen auf den heißen Stein. 98 Prozent des CO2-Ausstoßes findet außerhalb Deutschlands statt", erklärte Müller. Kaum ein Land sei auf Kurs, die Pariser Klimaziele zu erreichen und die Erderwärmung unter 1,5 Grad gegenüber dem vorindustriellen Niveau zu begrenzen.

Die Karlsruher Richter hatten den Gesetzgeber am Donnerstag verpflichtet, bis Ende kommenden Jahres die Reduktionsziele für Treibhausgasemissionen für die Zeit nach 2030 näher zu regeln./cn/DP/jha