NÜRNBERG (dpa-AFX) - Männliche Migranten gehen nach Behördenangaben deutlich häufiger arbeiten als geflüchtete Frauen. Während sich der Anteil der in einen Job gewechselten arbeitslosen Männer von April 2016 bis April 2019 fast verdoppelte, verharrte der entsprechende Anteil bei Frauen fast auf dem früheren Niveau, wie aus Zahlen der Bundesagentur für Arbeit (BA) hervorgeht. Über die Zahlen hatte zuerst die "Bild am Sonntag" berichtet.

Arbeitsmarktforscher führen die Unterschiede auch auf traditionelle Rollen- und Familienbilder in vielen Flüchtlingsfamilien zurück, von denen viele aus muslimischen Ländern kommen. Diese schrieben vor allem den Männern die Ernährerrolle zu, Frauen blieben eher im häuslichen und familiären Bereich, heißt es in einer jüngeren Studie des Instituts für Arbeitsmarkt - und Berufsforschung (IAB).

Nach Bundesagentur-Angaben hatten zuletzt im April 7,7 Prozent der arbeitslosen männlichen Flüchtlinge einen Job oder einen Ausbildungsplatz gefunden. Ihre Zahl sei in den vergangenen drei Jahren von 24 000 auf 118 000 gestiegen. Dagegen stieg die Quote bei weiblichen Flüchtlingen zwischen Frühjahr 2016 und 2019 lediglich um 0,2 Punkte auf 1,4 Prozent, ihre Zahl um 7000 auf 11 000 Frauen. Die Zahlen beziehen sich auf Flüchtlinge aus den acht wichtigsten Asylherkunftsländern.

Hingegen ist bei deutschen Arbeitslosen, denen der Sprung in einen Job gelingt, der Unterschied zwischen Männer und Frauen verschwindend gering. Von ihnen haben binnen Jahresfrist jeweils mehr als acht Prozent eine Stelle gefunden./kts/DP/jha