ROM (dpa-AFX) - Bundesaußenminister Heiko Maas hat die für Donnerstag geplante Aufhebung der pauschalen Reisewarnung für alle Corona-Risikogebiete verteidigt. "Die Zeit der Pauschalbeurteilungen muss vorbei sein", sagte der SPD-Politiker am Dienstag am Rande des G20-Außenministertreffens im italienischen Matera. "Dort, wo es positive Entwicklungen gibt, gibt es auch keinen Grund, Restriktionen aufrechtzuerhalten."

Die Bundesregierung hatte bereits vor knapp drei Wochen entschieden, die Reisewarnung für alle Risikogebiete mit mehr als 50 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner in sieben Tagen (Sieben-Tage-Inzidenz) zum 1. Juli aufzuheben. Das betrifft mehr als 80 Länder weltweit. Außerdem will die Regierung dann nicht mehr pauschal von touristischen Reisen ins Ausland abraten.

Für EU-Länder sowie Island, Liechtenstein, Norwegen und die Schweiz, die nicht mehr als Risikogebiet eingestuft sind, wird künftig in den Reisehinweisen des Auswärtigen Amts nur noch "um besondere Vorsicht gebeten". Das betrifft zum Beispiel Italien, Österreich, Griechenland und große Teile Spaniens.

Die Reisewarnung für touristische Reisen wird vom 1. Juli an nur noch für Hochinzidenzgebiete mit einem Wert über 200 und solche Gebiete gelten, in denen sich gefährliche Virusvarianten stark verbreitet haben. Das sind weltweit zusammen 40 von insgesamt rund 200 Ländern. In Europa gibt es solche Gebiete derzeit kaum. Nur Großbritannien und seit Dienstag auch Portugal und Russland sind hier als Virusvariantengebiete eingestuft.

Maas versicherte, dass die Einstufung von Virusvariantengebieten auch künftig "nur im Einzelfall und nur auf der Grundlage von Zahlen, die das unbedingt notwendig machen", erfolgen werde. Wer aus einem Virusvariantengebiet nach Deutschland zurückkehrt, muss für 14 Tage in Quarantäne - auch bei einer vollständigen Impfung oder Genesung. Wer kein deutscher Staatsbürger ist und keinen Wohnsitz in Deutschland hat, darf gar nicht mit Flugzeug, Bus oder Bahn einreisen./mfi/DP/mis