VALLETTA (dpa-AFX) - Nach dem russischen Militärangriff auf die Ukraine wird Malta über sein ohnehin umstrittenes "Goldener-Pass"-Verfahren keine Staatsangehörigkeiten mehr an Russen und Belarussen vergeben. Die Regierung in Valletta teilte am Mittwoch mit, dass ab sofort keine neuen Anträge für Personen aus den beiden Ländern mehr bearbeitet werden. In der aktuellen Situation könnten die Bewerbungen für Staatsangehörigkeiten - und damit einen EU-Pass - oder Aufenthaltsgenehmigungen nicht sorgfältig überprüft werden.

Malta ist einer von wenigen EU-Staaten, die sogenannte "Goldene Pässe" anbieten an wohlhabende Ausländer, welche Geld in die jeweiligen Länder investieren. In den vergangenen Tagen wuchs der Druck auf die Regierung, dieses System für Russen auszusetzen.

Außenminister Evarist Bartolo sagte, dass kein von den EU-Sanktionen betroffener russischer Oligarch eine Staatsbürgerschaft oder Aufenthaltsgenehmigung erhalten habe. Viele russische Bewerber seien Leute, die vor Wladimir Putin flüchteten. "Die Top-Oligarchen kommen nicht nach Malta", sagte Bartolo. "Die gehen dahin, wo die großen Jungs sind, nach London oder in andere europäische Hauptstädte."

Malta befindet sich im Rechtsstreit mit der EU-Kommission, die Schlupflöcher schließen will, durch die sich reiche Leute den Zugang in die Europäische Union erkaufen wollen. Malta argumentiert, dass die Vergabe von Pässen eine Angelegenheit der Staaten sei./bbo/DP/jha