von Marko Reichert

Der pleitegegangene Druckmaschinenhersteller Manroland könnte doch noch eine Zukunft haben. Nach Ansicht des Insolvenzverwalter Werner Schneider stehen die Chancen gut, dass der Großteil der Firma noch in diesem Monat veräußert werden kann. Für alle drei Produktionsstandorte in Augsburg, Offenbach/M. und Plauen gebe es potentielle Käufer.

Zu konkreten Interessenten bezog Schneider allerdings keine Stellung. Laut einem Zeitungsbericht könnte das sächsische Werk, an dem das Dienstleistungsgeschäft gebündelt ist, einem der beiden anderen zugeschlagen werden. Von Seiten eines angesehenen industriellen Investors aus Deutschland bestehe zudem starkes Interesse an der Zeitungsdruckmaschinen-Produktion in Augsburg. Hier würden die Verkaufsgespräche die größten Fortschritte machen.

Der Betrieb in den drei Standorten laufe indessen ohne Einschränkungen weiter. Weder seien Aufträge storniert noch Service und Wartung für die Kunden beeinträchtigt worden. Der Orderbestand sei sogar über das Monatsende hinaus sichergestellt. Dennoch will Schneider noch im Januar eine Entscheidung über den Stellenabbau treffen. Bei Insolvenzen in der Größenordnung von Manroland ist es sehr wahrscheinlich, dass ein Drittel der Arbeitsplätze nicht gerettet werden kann.

Aufgrund der nicht zustande gekommenen Übernahme durch die Schweizer Beteiligungsgesellschaft Capvis beantragte Manroland Ende November die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens. Die Mehrheitseigner, Allianz Capital Partners und MAN, wollen dem seit Jahren defizitären Druckmaschinenbauer kein frisches Geld mehr zuschießen.