GÜSTROW/WISMAR (dpa-AFX) - In Mecklenburg-Vorpommern will die rot-rote Landesregierung am Montag die Regierungsarbeit aufnehmen. Am Wochenende hatten SPD und Linke den Koalitionsvertrag unterschrieben, nachdem beide Parteien auf Sonderparteitagen nahezu einstimmig für die Vereinbarung gestimmt hatten. Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) soll am Montag im Landtag in Schwerin wiedergewählt und ihr Kabinett ernannt werden. Es soll bereits am Abend zu einer ersten Sitzung zusammenkommen.

"Wir freuen uns darauf, dass wir jetzt mit dem Aufbruch 2030 loslegen können", sagte Schwesig am Wochenende. Die Vorsitzende der Linksfraktion im Landtag, Simone Oldenburg, sagte, dies sei "ein gemeinsamer Aufbruch für unser Mecklenburg-Vorpommern."

In ihrer Parteitagsrede betonte Schwesig den Dreiklang aus einer starken Wirtschaft mit guten Löhnen, sozialer Gerechtigkeit und ökologischer Verantwortung, der im Mittelpunkt der neuen fünfjährigen Legislaturperiode stehen soll. Einer der Schwerpunkte der kommenden Jahre soll die Beteiligung der Jugend sein. "Die Zukunft beginnt jetzt", erklärte die Ministerpräsidentin. So werde das Wahlalter auf 16 Jahre abgesenkt.

Vorgesehen ist weiter die Einführung eines zusätzlichen gesetzlichen Feiertags am 8. März, dem Internationalen Frauentag. Verbesserungen planen beide Parteien in Kitas, Horten und Schulen. Die Landwirtschaft wollen sie umweltfreundlicher machen - die ökologisch bewirtschaftete Agrarfläche soll bis 2026 um ein Drittel wachsen.

Zudem wolle Schwesig dem Land eine stärkere Rolle in Berlin verschaffen. "Mecklenburg-Vorpommern hat in Berlin schon ein gutes Gewicht, das Gewicht werde ich natürlich ausbauen", kündigte sie nach dem Sonderparteitag an.

In der rot-roten Regierung soll Oldenburg Bildungsministerin und Vize-Ministerpräsidentin werden. Am Schweriner Kabinettstisch werden Frauen erstmals in der Geschichte des Bundeslandes in der Mehrzahl sein. Neben Schwesig haben sich SPD und Linke auf vier Ministerinnen und vier Minister verständigt.

Die SPD hatte die Landtagswahl am 26. September mit 39,6 Prozent klar gewonnen. Die Linke kam auf 9,9 Prozent. Das rot-rote Bündnis hat im 79 Mitglieder zählenden Landtag 43 Sitze. Die SPD stellt dabei 34 Abgeordnete, die Linke 9.

Eine rot-rote Landesregierung gab es in Mecklenburg-Vorpommern schon einmal von 1998 bis 2006. Dann wechselte der damalige Ministerpräsident Harald Ringstorff (SPD) zur CDU als kleinem Regierungspartner, weil ihm die rot-rote Mehrheit von seinerzeit einer Stimme im Landtag zu wackelig erschien./mgl/DP/he