LONDON (dpa-AFX) - Der britische Premierminister Boris Johnson hat Medien zufolge bei seinem Besuch im Nahen Osten keine Zusagen der wichtigen Ölproduzenten für eine Erhöhung ihrer Fördermengen erhalten. Die Zeitung "Daily Telegraph" nannte das Ergebnis der Reise nach Saudi-Arabien und in die Vereinigten Arabischen Emirate einen "schweren Schlag". Der Regierungschef sei mit leeren Händen zurückgekehrt, schrieb das Blatt am Donnerstag. Mehrere Medien wiesen darauf hin, dass Saudi-Arabien am Tag von Johnsons Besuch drei weitere Menschen hingerichtet und damit deutlich gemacht habe, sich nicht um britische Sorgen über Menschenrechtsverletzungen zu scheren.

Die beiden Regierungschefs vereinbarten einer britischen Mitteilung zufolge eine engere Zusammenarbeit in den Bereichen Energiesicherheit und Stabilität auf dem Energiemarkt sowie beim Übergang zu erneuerbaren Energien.

Die Regierung in London verteidigte den Besuch. Es sei "absolut richtig" gewesen, dass Johnson versucht habe, den Druck zu verringern, den der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine auf die Öl- und Gaspreise habe, sagte James Cleverly, Staatssekretär im Außenministerium, am Donnerstag der BBC. "Wir müssen anerkennen, dass Saudi-Arabien ein unheimlich einflussreiches Land in der Region ist, ein bedeutender Öl- und Gasproduzent." Cleverly betonte, Johnson habe in Riad auch die Menschenrechtslage angesprochen. Die Opposition hatte dem Premier vorgeworfen, mit seinem Besuch beim saudi-arabischen Kronprinzen Muhammad bin Salman einem "Diktator" geschmeichelt zu haben./bvi/DP/ngu