CEO Tim Cook habe laut Medienberichten 2016 höchstpersönlich Lobbyarbeit geleistet. Cook habe in Peking eine geheime Vereinbarung über 275 Milliarden US-Dollar unterzeichnet, um Probleme mit Behörden zu verhindern.

Wie das US-Medium "The Information" unter Berufung auf Insider und interne Dokumente enthüllt, traf Apple offenbar bereits 2016 eine bislang geheim gehaltene Vereinbarung mit Vertretern der chinesischen Regierung. Apple-CEO Tim Cook habe damit verhindern wollen, dass Peking behördliche Maßnahmen gegen sein Unternehmen einleitet. Chinesische Beamte sollen zuvor angedeutet haben, das US-Unternehmen trage nicht genug zur lokalen Wirtschaft bei.

So habe Apple bei dem Deal mit der sogenannten Staatlichen Kommission für Entwicklung und Reform Investitionen in Höhe von 275 Milliarden US-Dollar in Aussicht gestellt. Unter anderem sei zugesichert worden, Apple würde mehr Komponenten von chinesischen Zulieferern in seinen Geräten verwenden und Verträge mit chinesischen Softwarefirmen abschließen. Apple erklärte sich demnach auch bereit, Unternehmen beim Aufbau "modernster Fertigungstechnologien" und die Ausbildung "hoch qualifizierter, chinesischer Talente" zu unterstützen.

Anfang 2015 wies angeblich Chinas staatliches Amt für Vermessung und Kartierung das Apple Karten-Team an, die Diaoyu-Inseln oder Senkaku-Inseln, die sowohl China als auch Japan für sich beanspruchen, größer darzustellen als es im Verhältnis zu anderen Kartenbestandteilen sinnvoll wäre. Wie aus internen Dokumenten hervorgeht, die "The Information" vorliegen, sagten die chinesischen Aufsichtsbehörden, sie würden sich weigern, die Apple Watch zuzulassen, wenn Apple der Forderung nicht nachkäme. Das US-Unternehmen sei der Forderung letztlich nachgekommen, heißt es.

Bislang hat Apple keine Stellungnahme zu dem Bericht abgegeben.

Die Apple-Aktie schloss derweil am gestrigen Handelstag an der Nasdaq auf ein neues Allzeithoch bei 171,18 US-Dollar. Morgan Stanley-Analystin Katy Huberty hob am Dienstag das Kursziel von 164 auf 200 US-Dollar an und behielt die Kaufempfehlung bei.

 

Autorin: Gina Moesing, wallstreet:online Zentralredaktion

 


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