MEXIKO-STADT (dpa-AFX) - Mexiko-Stadt hebt weitere Corona-Beschränkungen im öffentlichen Leben auf, obwohl nur wenige Bewohner bisher gegen das Virus geimpft sind. Die Stadt - eine der größten der Welt, mit rund neun Millionen Einwohnern im Kerngebiet und etwa 22 Millionen im Großraum - geht ab kommender Woche zum ersten Mal in der Pandemie nach dem dort geltenden Ampelsystem von orange auf gelb über, wie Bürgermeisterin Claudia Sheinbaum am Freitag mitteilte.

Unter anderem dürfen somit ab Montag Geschäfte und Kinos bis zu 40 Prozent ausgelastet werden. Ab der Woche darauf sollen Unterhaltungsveranstaltungen mit bis zu 500 Menschen in geschlossenen Räumen wieder möglich sein, eine Woche später auch Kinderfeiern mit höchstens 50 Teilnehmern - sofern es für jeden mindestens neun Quadratmeter Platz gibt.

Das nordamerikanische Land - mit rund 126 Millionen Einwohnern auf Platz zehn weltweit - hat die viertmeisten registrierten Corona-Toten weltweit. Offiziell wurden dort bisher gut 218 000 Todesfälle bestätigt. Zuletzt kamen etwa 250 neue Todesopfer pro Tag hinzu.

Es wird in Mexiko allerdings äußerst wenig auf das Coronavirus getestet. Bei knapp 330 000 Todesfällen bis Mitte März bestand nach Zahlen der Regierung ein Zusammenhang mit der Krankheit Covid-19. Ausgangsbeschränkungen hat es nicht gegeben. Auch dürfen Besucher aus dem Ausland einreisen, ohne einen negativen Corona-Test vorzuweisen.

Bis Mitte Februar stand Mexiko-Stadt in dem Ampelsystem auf rot. Die Farbe hängt unter anderem von der Auslastung der Krankenhausbetten ab. Die sank in Mexiko-Stadt zuletzt. Allerdings fahren viele Covid-19-Kranke in Mexiko nicht ins Krankenhaus - aus Angst vor den Verhältnissen angesichts des unterfinanzierten Gesundheitssystems.

Bisher wurden in Mexiko knapp 20 Millionen Impfdosen verabreicht. Fast neun Millionen Menschen - 6,8 Prozent der Bevölkerung - sind inzwischen vollständig geimpft. In der Hauptstadt - dem von der Pandemie am schlimmsten betroffenen Teil des Landes - wurden bisher gut 2,6 Millionen Dosen gespritzt. Beide Dosen bekamen bislang etwas mehr als eine Million Bewohner von Mexiko-Stadt - rund zwölf Prozent./nk/DP/zb