Die Palantir-Aktie tauchte in der vergangenen Woche neu unter den meistgehandelten Aktien beim Smartbroker auf. Grund genug etwas genauer hinzuschauen: Hat das geheimnisvollste Unternehmen des Silicon Valleys Potenzial?

Palantir gilt als eines der geheimnisvollsten Unternehmen im Silicon Valley: Weder ist bekannt, wo genau die Angestellten arbeiten, noch an welchen Projekten gerade geforscht wird. Allerdings sind zwei Flagship-Produkte bekannt: Palantir Gotham und Palantir Foundry. Palantir Gotham könne sämtliche Firmendaten analysieren und überwachen, mit Palantir Foundry können Kunden Daten besser integrieren und miteinander verknüpfen.

Kunden: Hessische Polizei

Die Produkte werden in der IT-, Finanz-, Automobil- und in der Pharma-Industrie eingesetzt. Kunden sollen beispielsweise das US-Verteidigungsministerium sein, aber auch die hessische Polizei setzt laut Presseberichten auf Palantir Gotham zum Kampf gegen islamistischen Terrorismus und organisierte Kriminalität. In der Schweiz gehört die Credit Suisse zu den Großkunden.

Ungewöhnlich: Palantir meldete am 9. November eine Umsatzsteigerung im dritten Quartals. Trotzdme reagierte die Börse mit einem Ausverkauf. Die Aktie fiel seitdem um 14 Prozent, scheint aber aktuell konsolidiert. Insgesamt gewann der US-Datenanalyse-Spezialist im vergangenen Quartal 34 Kunden hinzu und verdoppelte den Umsatz mit seinen gewerblichen Kunden im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Anleger scheint die starke Abhängigkeit von wenigen Kunden zu beunruhigen.

10xDNA?

Der deutsche Investor Frank Thelen setzt trotzdem auf Palantir und erklärt in einer Analyse, warum die Aktie die "10xDNA" besitze: So werde Palantir bis 2030 52 Milliarden US-Dollar Umsatz machen und einen Gewinn von 41,5 Milliarden einfahren. Der Kurs der Aktie werde sich im gleichen Zeitraum mehr als verdreifachen, auf 86 US-Dollar. Laut Thelen könne der Datenspezialist eine Vorreiter-Rolle in einem absoluten Wachstumsmarkt einnehmen.

Konstantin Oldenburger, Marktanalyst bei CMC Markets, sieht Umsätze und Gewinne bei Wachstumsunternehmen nicht als Einbahnstraße: "Das eine oder andere magere bzw. schlechtere Quartal kann immer vor- und die jeweilige Aktie unter die Räder kommen." Grundsätzlich sei Palantir aufgrund seines Geschäftsfeldes, aber auch wegen seiner namhaften Unterstützer ein spannendes Unternehmen, meint der Analyst: "Benannt nach einer magischen Kugel aus dem Film "Der Herr der Ringe", mit der man über weite Entfernungen sehen kann, wurde Palantir 2003 von Peter Thiel mitgegründet. Thiel wurde zuvor als Gründer von PayPal und erster Investor bei Facebook bekannt. Nun hoffen die Anleger auch bei Palantir auf eine ähnliche Erfolgsstory."

Für Oldenburger befinde sich die Aktie seit dem IPO im September 2020 in einem Aufwärtstrend, der über dem letzten Tiefpunkt bei 17 US-Dollar intakt sei: "Gelingt dem Kurs ein Ausbruch über 27,50 US-Dollar, wäre ein weiterer Anstieg in Richtung Allzeithoch bei 45 US-Dollar möglich. Über diesem Niveau wären der Trendtheorie zufolge dann noch höhere Kurslevel möglich. Auf der anderen Seite ist ein Bruch der 17-Dollar-Marke nach unten deutlich negativ zu werten, würde den Aufwärtstrend negieren und könnte einen Abverkauf in Richtung IPO-Niveau bei 9 US-Dollar einleiten."

Autorin: Gina Moesing, wallstreet:online Zentralredaktion


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