LUXEMBURG (dpa-AFX) - Mehr als 20 Stunden nach Beginn der Verhandlungen über künftige Fangmengen in der Ostsee sind die EU-Fischereiminister weiterhin zu keiner Einigung gekommen. Auch am Dienstagmorgen beschäftigten sich die Politikerinnen und Politiker noch mit der Frage, wie viel Fisch künftig in der Ostsee gefangen werden darf. Die Gespräche sind kompliziert, weil viele Bestände in der Ostsee in einem kritischen Zustand sind. Umweltschützerinnen und -schützer bemängeln seit Jahren zu hohe Fangmengen.

Die zulässigen Fangmengen in der Ostsee werden zunächst auf Basis wissenschaftlicher Gutachten des Internationalen Rates für Meeresforschung (ICES) von der EU-Kommission vorgeschlagen - die Minister müssen dann eine Einigung finden. Bereits im vergangenen Jahr wurde unter deutscher Ratspräsidentschaft die Fangmenge für westlichen Hering im Jahr 2021 um 50 Prozent auf knapp 1600 Tonnen EU-weit reduziert. Damals wurde aber auch entschieden, dass aus dem Bestand des westlichen Dorschs fünf Prozent mehr gefangen werden durfte - insgesamt 4000 Tonnen. Bei diesen beiden Brotfischen der Ostseefischerei werden deutliche Einschnitte erwartet./mjm/DP/men