BERLIN (dpa-AFX) - In Deutschland sind seit Beginn des russischen Angriffs auf die Ukraine von der Bundespolizei 232 462 Kriegsflüchtlinge festgestellt worden. Das teilte das Bundesinnenministerium am Dienstag mit.

Das komplette Fluchtgeschehen bildet diese Zahl allerdings nicht ab. Denn sie beschränkt sich auf Geflüchtete, die von der Bundespolizei angetroffen wurden, etwa an der österreichisch-bayerischen Grenze, an Bahnhöfen oder in Zügen. Im Regelfall gibt es keine festen Grenzkontrollen an den EU-Binnengrenzen, Ukrainer dürfen zudem ohne Visum einreisen - die Zahl der tatsächlich Angekommenen ist daher wahrscheinlich deutlich höher.

Nicht erfasst wird außerdem, wie viele der Geflüchteten womöglich von Deutschland aus weiterreisen zu Freunden oder Verwandten in anderen Staaten. Die vom Innenministerium gemeldete Zahl bezieht sich nicht auf die Registrierungen in Aufnahmeeinrichtungen oder bei Ausländerbehörden.

Der Krieg Russlands gegen die Ukraine hat am 24. Februar begonnen. Nach UN-Angaben sind bereits mehr als 3,5 Millionen Menschen aus der Ukraine ins Ausland geflohen. Die Ukraine hatte vor Beginn des russischen Angriffs mehr als 44 Millionen Einwohner. "Wir müssen davon ausgehen, dass es acht bis zehn Millionen Geflüchtete werden in den nächsten Wochen", hatte Außenministerin Annalena Baerbock am Montag bei einem EU-Treffen in Brüssel gesagt. Die Innenminister der Europäischen Union wollen am kommenden Montag erneut über die Aufnahme der Kriegsflüchtlinge sprechen./abc/DP/eas