BERLIN (dpa-AFX) - Die Geldboten in Deutschland bekommen mehr Geld. Die Gewerkschaft Verdi und die Arbeitgeber einigten in der vierten Verhandlungsrunde, wie beide Seiten am Donnerstag mitteilten. Die Gehälter der rund 11 000 Beschäftigten in der Geld- und Wert-Branche steigen zum 1. August des laufenden Jahres je nach Region und Tätigkeit zwischen 7,5 Prozent und 11,7 Prozent. Ein Jahr später gibt es eine weitere Erhöhung von umgerechnet zwischen 3,25 Prozent und 4,7 Prozent.

Zudem wurde Verdi zufolge eine Anpassungsklausel mit höheren Steigerungen vereinbart, falls die Inflation zwischen Januar bis Mai kommenden Jahres 5 Prozent übersteigt. Für den Monat Juli gibt es für die Beschäftigten einen Tankgutschein im Wert von 50 Euro.

"Dieses Ergebnis kann sich sehen lassen", sagte Verdi-Verhandlungsführerin Sonja Austermühle. "Damit ist eine echte Reallohnsicherung gelungen." Die Beschäftigten hatten mit Warnstreiks den Druck auf die Arbeitgeber vor der vierten Verhandlungsrunde erhöht. Der Tarifvertrag hat eine Laufzeit bis zum 30. September 2024. "Wir sind mit diesem Tarifvertrag an die absolute Grenze des wirtschaftlich Leistbaren gegangen", sagte der Verhandlungsführer der Bundesvereinigung Deutscher Geld- und Wertdienste, Hans-Jörg Hisam.

Die Vereinbarung sieht zudem für die neuen Bundesländer und Schleswig-Holstein zum 1. August 2024 einen Angleichungsschritt zur weiteren Harmonisierung der Einkommensverhältnisse vor. Über die gesamte Laufzeit steigen die Einkommen Verdi zufolge dort um etwa 18 Prozent. Die Tarifparteien können die Vereinbarung innerhalb von 14 Tagen widerrufen. Die Verdi-Mitglieder müssen dem Ergebnis noch zustimmen./mar/DP/mis