Die Aktie des Pharma- und Spezialchemiekonzerns Merck gehört in diesem Jahr zu den absoluten Gewinnern des deutschen Leitindex. Mit einem Plus von über 25 Prozent seit Jahresbeginn waren nur die Papiere von der Deutschen Bank, Infinieon und Delivery Hero erfolgreicher. Am morgigen Donnerstag legt Merck seine Zahlen aus dem dritten Quartal vor. Die Aktie könnte die gute Performance bis zum Ende des Jahres durchziehen.

Gibt es eine weitere Anhebung der Prognose?

Der Merck-Vorstand signalisierte zur Quartalsberichterstattung erneut eine Überarbeitung seines Jahresausblicks vorzunehmen. Der Grund ist ein Sonderertrag, da nach einem gewonnenen Patentstreit mit dem US-Konzern Biogen Rückstellungen in Höhe von 365 Millionen Euro aufgelöst wurden.

Jüngsten Prognosen zufolge rechnet das Unternehmen für das laufende Geschäftsjahr mit einem Umsatzanstieg in einer Spanne zwischen 16,9 und 17,7 Milliarden Euro. Im Jahr 2019 verzeichnete Merck Erlöse von 16,2 Milliarden Euro. Der bereinigte Betriebsgewinn soll von etwa 4,4 Milliarden Euro auf 4,45 bis 4,85 Milliarden Euro steigen. 

Das sagen Analysten

David Evans, Kepler-Experte, traut Merck deutlich bessere Zahlen zu als am Markt erwartet. Einer vom Unternehmen selbst bereitgestellten Umfrage zufolge, rechnen Branchenkenner damit, dass Merck seine Erlöse im Berichtszeitraum im Vergleich zum Vorjahresquartal um etwa neun Prozent auf circa 4,41 Milliarden Euro erhöht hat. Beim bereinigten operativen Ergebnis gehen sie von einem deutlichen Anstieg von etwa 44 Prozent auf 1,6 Milliarden Euro aus.

Da der Konzern schon eine Überarbeitung seiner Jahresprognose angekündigt hat, stellen sich auch die Experten darauf ein. Beispielsweise mutmaßen die Analysten der Commerzbank, dass der Vorstand seinen Ausblick auf das obere Ende der anvisierten Bandbreite einengen wird. Im Durchschnitt erwarten Experten für das laufende Geschäftsjahr einen Jahresumsatz von 17,4 Milliarden und ein bereinigtes Ebitda von 5,1 Milliarden Euro.

Merck-Aktie ist Rekordjäger

Trotz der Corona-Krise verzeichnete die Merck-Aktie an der Börse in den vergangenen Wochen ein Rekordhoch nach dem nächsten. Der Konzern ist an der Börse bereits 56 Milliarden wert und überholt damit Branchengrößen wie Bayer (47 Milliarden Euro) und BASF (53 Milliarden Euro). Aktuell kostet die Merck-Aktie mit 132,63 Euro (11.11.2020) rund 25 Prozent mehr als zum Ende des Vorjahr und ist damit ein deutlicher Favorit im DAX .