BERLIN (dpa-AFX) - Bundeskanzlerin Angela Merkel hat sich zuversichtlich gezeigt, dass das Atomabkommen mit dem Iran nach einem ersten Einlenken der USA noch zu retten ist. "Wenn alle davon überzeugt sind, dass man diesem Abkommen wieder eine Chance geben sollte, dann sollten sich auch Wege finden, dieses Abkommen wieder in Gang zu setzen", sagte die CDU-Politikerin am Freitag in Berlin. "Ich werde mich zumindest dafür einsetzen, neuen Schwung in die Verhandlungen zu bringen." Es stehe aber noch ein "diplomatischer Balanceakt oder Kraftakt" bevor.

Zuvor hatte sich die neue US-Regierung öffentlich zu Gesprächen mit dem Iran bereiterklärt. Auch der Iran schloss ein Treffen nicht aus. Ein Sprecher des Außenministeriums forderte allerdings, dass die USA zuvor die während der Amtszeit von Präsident Donald Trump eingeführten Sanktionen gegen die iranische Wirtschaft wieder aufheben müssten.

Das internationale Abkommen zur Verhinderung einer iranischen Atombombe hatte zuletzt vor dem Aus gestanden, weil die USA unter Trump einseitig aus dem Abkommen ausgestiegen waren und Sanktionen wieder eingeführt hatten. Der Iran reagierte darauf, indem er - nach einer einjährigen Wartezeit - mehr und mehr Verpflichtungen aus dem Abkommen nicht mehr einhielt. So begann er mit einer höheren Urananreicherung sowie der Produktion von Uranmetall. Außerdem arbeitet er nun mit schnelleren Zentrifugen und lagert weitaus mehr Uran als erlaubt.

Die Regierung in Teheran rechtfertigte die Schritte damit, dass ihr für die Einschränkung ihres Atomprogrammes eine Aufhebung der wirtschaftlichen Isolierung versprochen worden war. Weil die USA auch Unternehmen aus der EU und anderen Staaten mit Sanktionen bedrohen, machen aber kaum noch ausländische Unternehmen mit dem Iran Geschäfte./mfi/DP/men