BERLIN (dpa-AFX) - Nach der Entscheidung der CDU-Spitze für einen Online-Parteitag zur Wahl eines neuen Vorsitzenden haben die drei Kandidaten erstmals in einer offiziellen Online-Kandidatenrunde der Partei um Zustimmung geworben. In einer Vorstellungsrunde erhielten Ex-Unionsfraktionschef Friedrich Merz, NRW-Ministerpräsident Armin Laschet und der Außenpolitiker Norbert Röttgen jeweils 90 Sekunden Zeit, um sich vorzustellen und zu erklären, warum ausgerechnet sie künftig die CDU führen sollten.

Merz sagte, im Superwahljahr 2021 wolle er die Führung der CDU voller Motivation und Energie übernehmen. "Ich habe konkrete Ideen, ich habe einen Plan, wie wir diese Partei, aber auch dieses Land nach vorne bringen." Merz sprach eine ökologische Erneuerung der sozialen Marktwirtschaft und einen neuen Generationenvertrag an. Er bringe berufliche und politische Erfahrungen ein, die er der CDU zur Verfügung stellen wolle. "Ich möchte dieser Partei, aber auch diesem Land etwas geben", schloss er seine Vorstellungsrunde.

Röttgen gab sich als Parteimensch und sagte, zunächst wolle er seinem Arbeitgeber - den Mitgliedern der CDU - einen guten Abend wünschen. Er bringe "eine ordentliche Ausbildung, Erfahrung in Sieg und Niederlage" mit. "Beides formt den Menschen, beides formt den Politiker", sagte er, ohne seine Niederlage bei der NRW-Landtagswahl 2012 direkt anzusprechen. Er kandidiere, "weil es mich umtreibt, und zwar seit langem, was alles auf dem Spiel steht. Wie alles ins Rutschen gerät." Die Frage sei, ob das Land und die Partei darauf vorbereitet seien. Er wolle mit Energie und Willen gestalten.

Laschet sprach die Zuhörer ebenfalls als künftigen Arbeitgeber an ("Liebe Freundinnen und Freunde der CDU"), betonte sein christliches Menschenbild und die Notwendigkeit einer werteorientierten Politik. Die CDU habe mit ihm NRW 2017 "in einer großen Gemeinschaftsleistung"

von der SPD zurückgewonnen. Er sei Europäer und Teamplayer, betonte Laschet. Nicht einer alleine könne die CDU mit all ihren Strömungen repräsentieren, sagte er mit Blick auf Gesundheitsminister Jens Spahn, der zu seinem Team gehört. Beide seien zwar nicht immer einer Meinung gewesen, "aber CDU ist Zusammenhalt, ist Integration"./bk/DP/mis