Bis Ende des Monats will Metro-Boss Olaf Koch den Verkauf der Supermarktkette Real unter Dach und Fach bringen. Kurz vor der finalen Entscheidung bekommt der Vorstandschef nun eindringliche Worte vonseiten der Gewerkschaft Verdi zu hören, wie die Nachrichtenagentur Reuters am Freitag berichtete.

Verdi erinnert an soziale Verantwortung der Wirtschafts-Akteure

„Wir verlangen, dass sie ihrer sozialen Verantwortung gerecht werden“, forderte Stefanie Nutzenberger am Freitag nach Gesprächen im Bundesarbeitsministerium. Nutzenberger ist im Verdi-Bundesvorstand für Fragen rund um den Handel zuständig.

So habe das Ministerium zugesagt, sämtliche Möglichkeiten zu prüfen, um die Interessen der Beschäftigten zu wahren. An erster Stelle, so Nutzenberger weiter, seien aber Metro und die Käufer in der Pflicht, für die Supermarkkette und ihre 34.000 Angestellten eine sozialverträgliche Lösung zu finden.

Investoren wollen offenbar viele Filialen weiterverkaufen

Zur Einordnung: Metro-Boss Koch verhandelt derzeit mit den Investoren SCP Group und X+Bricks. Die beiden Beteiligungsfirmen haben sich zu einem Konsortium zusammengeschlossen und wollen den Großteil der mehr als 270 Real-Filialen nach der Übernahme an Wettbewerber wie Edeka oder Kaufland weiterverkaufen.

Arbeitnehmervertreter hatten wiederholt davor gewarnt, dass es infolge der Übernahme zu einem erheblichen Jobkahlschlag kommen könnte. So drohten „signifikante Einschnitte“, wie Real-Betriebsratschef Werner Klockhaus unlängst mahnte. Gewerkschafterin Nutzenberger verdeutlichte derweil die prekäre Lage der Mitarbeiter: „Die Beschäftigten und ihre Familien sind wegen möglicher Entlassungen und Filialschließungen extrem verunsichert. Unternehmen dürfen sich nicht einfach aus der Verantwortung stehlen.“

Video-Analyse zur Metro Aktie:

Jetzt den vollständigen Artikel lesen