Die Corona-Krise hat den Trend zur verstärkten Digitalisierung befeuert, denn immer mehr Unternehmen mussten für ihre Mitarbeiter Home-Office-Lösungen organisieren. Das trieb die Cloud-Geschäfte von Microsoft (WKN: 870747 / ISIN: US5949181045) an und führte auch zu einem kräftigen Nachfrage-Anstieg nach Microsofts Chat-Tool Teams zur Organisation digitaler Meetings oder dem Instant-Messaging-Dienst Skype, welche die digitale Kommunikation erleichtern.

Diese Entwicklungen und auch die florierende Gaming-Sparte trugen entscheidend dazu bei, dass Microsoft im abgeschlossenen Geschäftsjahr 2019/2020 (per Ende Juni 2020) den Umsatz auf Jahressicht um 14 Prozent auf 143,0 Mrd. US-Dollar steigern konnte und damit wieder einmal einen neuen Umsatzrekord verbuchte.

Zuletzt eine hohe Umsatz-Dynamik

Aktionäre von Microsoft hoffen darauf, dass sich die hohe Umsatzdynamik hier weiter fortsetzen wird und erwarten deshalb mit Spannung die neuesten Geschäftszahlen zum dritten Geschäftsquartal 2020/2021 (per Ende März 2021), die am Dienstag, den 27. April, nach US-Börsenschluss bekanntgegeben werden.

Geht es nach den Einschätzungen der Analysten, dürfte der US-Konzern den bisherigen Wachstumskurs weiter fortsetzen. Erwartet wird für das dritte Geschäftsquartal ein Umsatz von im Schnitt 41,0 Mrd. US-Dollar, was gegenüber dem Vorjahreszeitraum (35,0 Mrd. US-Dollar) ein Plus von 17 Prozent bedeuten würde.

Beim Ergebnis wird sogar ein überproportionaler Anstieg erwartet. So liegt der Gewinn je Aktie den Prognosen nach im Zeitraum Januar bis März 2021 bei im Mittel 1,78 US-Dollar, nach 1,41 US-Dollar im Vorjahresquartal.

So kam Microsoft aus der Krise

Microsoft steckte ab den 2000er-Jahren in einer jahrelangen Identitäts-Krise. Microsoft hatte vor allem den Aufstieg des Tablet- und Smartphone-Marktes verschlafen und hielt viel zu lange an alten Erfolgsrezepten fest, was zu einem erheblichen Bedeutungsverlust in der Tech-Branche führte.

Doch durch den Umbau zum IT-Dienstleister, der Neufokussierung auf Cloud-Dienste (Plattform „Azure“) und auf Firmenkunden sowie einem Wandel der Unternehmenskultur gelang dem Software-Giganten eine beeindruckende Wiedergeburt. Microsoft ist dabei weiterhin bestrebt, sich geschäftlich immer breiter aufzustellen und dazu auch strategische Zukäufe vorzunehmen.

Milliardenübernahme geplant

Geplant ist beispielsweise, das US-Unternehmen Nuance Communications für 19,7 Mrd. US-Dollar in bar zu übernehmen. Nuance Communications mit Sitz in Burlington, Massachusetts, ist ein Spezialist für Spracherkennung und künstliche Intelligenz. Mit Nuance arbeitet Microsoft seit 2019 zusammen, zum Beispiel bei digitalen Assistenten für Arztbesuche. Die entsprechende Nuance-Software zeichnet Arztgespräche auf und integriert diese über Microsofts Cloud in die elektronischen Patientenakten.

Microsoft übernimmt ZeniMax Media, um das Spiele-Portfolio der neuen Xbox-Konsolen schnell auszubauen. Bildquelle: Pressefoto Microsoft

Übernahme von ZeniMax Media kurz vor dem Abschluss

Für Microsoft wäre die Übernahme der zweitgrößte Deal seit dem Kauf des Karrierenetzwerkes Linkedin im Jahr 2016 für 26 Mrd. US-Dollar. Auch im Gaming-Bereich will Microsoft weiter wachsen. Dazu ist die Übernahme von ZeniMax Media bereits im vollen Gange, zu der auch die durch die „Fallout“-Spiele bekannte Bethesda Softworks gehört. Microsoft will so zahlreiche Spiele für die Xbox einbringen. Zenimax ist mit seinen Studios für Kassenschlager wie „Doom“ oder „The Elder Scrolls“ verantwortlich.

Sowohl die zuständigen US-Behörden als auch die Europäische Kommission gaben für die Übernahme inzwischen grünes Licht. Bis Ende Juni 2021, und damit wie geplant, dürfte die Transaktion damit abgeschlossen werden.

Kauf von Discord offenbar geplatzt

Aber auch Microsoft ist vor Rückschlägen nicht gefeit. Geplant war zuletzt auch der Kauf von Discord im Volumen von 12 Mrd. US-Dollar. Das Unternehmen bietet Online-Dienste für Instant-Messaging, Chats, Sprach- und Videokonferenzen an, die ursprünglich für Gamer geschaffen wurden, inzwischen aber auch für andere Bereiche genutzt werden.

Die Übernahme hätte gut zu den strategischen Zielen von Microsoft gepasst, doch Discord will sich nicht kaufen lassen, sondern plant laut Bloomberg einen möglichen Börsengang.

Kursgewinn: plus 28 Prozent pro Jahr

Auch wenn Microsoft hier offenbar eine Schlappe eingefahren hat, dürfte sich die Erfolgsgeschichte weiter fortsetzen. Das sollte auch für die weitere Kursentwicklung gelten. Die Aktie markierte am 19. April wieder einmal ein neues Rekordhoch, bei 218 Euro. Weitere historische Tops dürften in Kürze folgen.

Dafür spricht auch die langfristige Kurs-Performance. Auf Zehnjahressicht legte der Aktienkurs im Schnitt um 28 Prozent jährlich zu. Microsoft ist damit eine klare Kaufempfehlung aus dem Technologiebereich.

Anleger, die von einer Fortsetzung des langfristigen Aufwärtstrends bei der Microsoft-Aktie überzeugt sind, können mit einem Long-Zertifikat (WKN: MA0X5W / ISIN: DE000MA0X5W5) gehebelt von Kurssteigerungen profitieren.

Bildquelle: Pressefoto Microsoft

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