Berlin (dpa) - Der Vorstoß des Immobilienkonzerns Deutsche Wohnen mit einer eigenen Mieten-Obergrenze wird aus Sicht des Berliner Mietervereins keine großen Nachahmereffekte nach sich ziehen.

«Ich gehe nicht davon aus, dass das Ganze Schule machen wird», sagte Geschäftsführer Reiner Wild am Montag auf dpa-Anfrage.

Das börsennotierte Unternehmen Deutsche Wohnen hatte am Wochenende angekündigt, künftige Mieterhöhungen so zu begrenzen, dass ein Haushalt maximal 30 Prozent seines Nettoeinkommens für die Nettokaltmiete einer angemessenen Wohnfläche aufwenden müsse.

Wild betonte, dass viele Mieter aber ihre Einkommensverhältnisse gegenüber Vermietern nicht ständig offen legen wollten und deshalb das Konzept wohl in solchen Fällen nicht zur Anwendung kommen werde. Es sei kein Ersatz für den angedachten Berliner Mietendeckel und sei auch keine Gesamtlösung für den Mietenanstieg.

Vom Deutschen Mieterbund hieß es, dass es vergleichbare Ankündigungen zu dem Vorstoß von Deutsche Wohnen bislang von anderen Immobilienkonzernen nicht gebe. Sie könnten sich - so die Einschätzung - aber durchaus an dem Versprechen ein Beispiel nehmen.

Der rot-rot-grüne Senat in Berlin hatte in der vergangenen Woche Eckpunkte für einen Gesetzentwurf zu einem Mieterhöhungsstopp in der Hauptstadt beschlossen. Mit dem Gesetz soll erreicht werden, dass die Mieten in Berlin fünf Jahre lang nicht steigen. In der Hauptstadt hat die Deutsche Wohnen einen großen Teil ihrer deutschlandweiten Bestände. Berlin wäre das erste Bundesland deutschlandweit mit einem solchen Mietendeckel.

Ankündigung Deutsche Wohnen