BERLIN (dpa-AFX) - Entwicklungsminister Gerd Müller setzt sich dafür ein, touristische Reisen nach Afrika auch in der Corona-Pandemie zu ermöglichen. "Die 54 afrikanischen Länder dürfen nicht pauschal als Risikogebiet eingestuft werden", sagte der CSU-Politiker den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. In den Entwicklungsländern sei der Tourismus eine Schlüsselbranche mit vielen Arbeitsplätzen. Außerdem trage er stark dazu bei, Artenschutz und Naturschutz zu finanzieren. "Wer sagt, dass Reisen nach Afrika grundsätzlich nicht möglich sind, gefährdet Natur- und Tierschutz und den Weg aus der dramatischen Wirtschaftskrise."

Man müsse das Corona-Risiko in Afrika genauso differenziert betrachten wie in Europa. "Natürlich müssen wir sicherstellen, dass von Rückkehrern keine Ansteckungsgefahr ausgeht. Grundsätzlich gibt es aber Länder, die unter Einhaltung der Schutzstandards bereist werden können", sagte der Minister. Einige Länder in Afrika hätten zum Beispiel viel niedrigere Inzidenzwerte "als wir in Europa". Als Inzidenz wird die Zahl der Neuansteckungen innerhalb einer Personengruppe in einem bestimmten Zeitraum verstanden./brd/DP/stk