BONN/BERLIN (dpa-AFX) - Die Fridays-for-Future-Demos sind nach Meinung von Bundesumweltministerin Svenja Schulze ein "Weckruf an die Entscheidergeneration". "Ich finde es richtig gut, wenn heute wieder eine angeblich so unpolitische Generation den Mund aufmacht und auf die Straße geht", sagte die SPD-Politikerin der Deutschen Presse-Agentur. "Der Protest der Jugend wird auch auf den Konferenzen wahrgenommen." In Bonn begann am Montag eine zehntägige UN-Klimakonferenz mit 3000 Experten, die den nächsten Weltklimagipfel im Dezember in Santiago de Chile vorbereiten soll.

Einer der strittigsten Punkte der Bonner Konferenz sind die sogenannten Marktmechanismen zur Umsetzung des Pariser Klimaabkommens. Dabei geht es darum, dass Länder Klimaschutzmaßnahmen in anderen Ländern finanzieren können und dafür im eigenen Land weniger tun müssen. Schulze sagte dazu: "Uns ist wichtig, dass es bei der Anwendung von Marktmechanismen zu Ambitionssteigerungen kommt und dass Doppelzählungen vermieden werden. Der weltweite Handel mit Emissionsrechten muss zu mehr und nicht zu weniger Klimaschutz führen."

Bei den Doppelzählungen geht es um die Befürchtung, dass Emissionsminderungen zweimal gezählt werden könnten: in dem Land, in dem sie erfolgen, und da, wo sie finanziert werden. Greenpeace-Geschäftsführer Martin Kaiser sagte der Deutschen Presse-Agentur, er sehe diesen Handel kritisch: "Jedes Land sollte selbst Verantwortung für die Pariser Klimaziele übernehmen und zu Hause CO2 einsparen."/cd/DP/mis