WIESLOCH (dpa-AFX) - Der Finanzdienstleister MLP will in den nächsten Jahren unter anderem mit der Vermittlung von Industrieversicherungen wachsen. Mit dem Kauf des Industriemaklers RVM (Eningen/Kreis Reutlingen) als Brückenkopf im vergangenen Jahren will MLP weitere Firmen erwerben, wie Vorstandschef Uwe Schroeder-Wildberg am Donnerstag in Wiesloch mitteilte. Mit Zukäufe wolle man in den kommenden Jahren zu den Top-Ten der Industriemakler gehören und etwa Sach-, Cyber- und Haftpflichtversicherungen vermitteln.

MLP mit konzernweit rund 2000 Beschäftigten und mehr als ebenso vielen Beratern, die als freie Handelsvertreter für MLP arbeiten, bietet keine eigenen Produkte an. Das 1971 gegründete Unternehmen vermittelt vielmehr sowohl Privat- als auch Firmenkunden Geldanlagen, Immobilen oder Altersvorsorgeversicherungen von geprüften Partnern.

Bei einem Umsatzrekord von 934,5 Millionen Euro im vergangenen Jahr - 22 Prozent mehr als 2020 - lag das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) bei 96,8 Millionen Euro. Dabei profitierte MLP von unerwartet stark gestiegenen erfolgsabhängigen Vergütungen im Vermögensmanagement. Dies sei in den kommenden Jahren in diesem Umfang nicht zu erwarten. Deshalb werde das Ebit 2022 mit 75 bis 85 Millionen Euro unter dem Vorjahreswert liegen.

In der mittelfristigen Prognose will MLP 2025 bei den Erlösen die 100-Millionen-Marke knacken, unter anderem durch ein wachsendes Immobiliengeschäft insbesondere mit altersgerechten Wohnungen. Angesichts Inflation, Lieferkettenproblemen und der weltpolitischen Lage sei dieses Ziel hinreichend ambitioniert, so der Vorstand. Weder MLP noch seine Kunden hätten nennenswerte Anlagen in Russland./jug/DP/eas