Arteixo/Stockholm (dpa) - Die beiden größten europäischen Modehandelskonzerne Inditex und H&M sind nach dem Corona-Schock im vergangenen Jahr weiter auf Erholungskurs.

Inditex, die spanische Mutter von Ketten wie Zara oder Massimo Dutti, setzte zwischen August und Oktober nach Angaben vom Mittwoch so viel wie nie in einem dritten Geschäftsquartal um.

Zudem startete der Konzern mit deutlichen Zuwächsen ins wichtige Weihnachtsquartal: Zwischen dem 1. November und dem 10. Dezember stieg der um Währungseffekte bereinigte Umsatz im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um ein Drittel. Im Vergleich zu 2019 war dies ein Plus von zehn Prozent. Der Stockholmer H&M-Konzern ist nach eigenen Angaben beim Umsatz auf dem Niveau des Vorkrisenjahres 2019 angekommen. Er entwickelt sich damit schwächer als sein Rivale.

Gutes Plus - und Rekorde

Bei Inditex lag der Erlös im dritten Geschäftsquartal bei knapp 7,4 Milliarden Euro und damit rund ein Fünftel über dem Vorjahreswert. Im Vergleich zum dritten Quartal des Vorkrisen-Geschäftsjahres 2019/2020 bedeutet dies ein Plus von rund sechs Prozent. Der operative Gewinn zog um rund ein Fünftel auf 2,3 Milliarden Euro an. Unter dem Strich stand ein Gewinn von rund 1,23 Milliarden Euro. Bei beiden Werten stellte Inditex Rekorde auf. Rasant wächst der Onlinehandel: Hier konnte das Unternehmen die Umsätze im Vergleich zur Zeit vor der Pandemie mehr als verdoppeln. In diesem Geschäftsjahr soll der Anteil der Onlineverkäufe am Gesamtumsatz auf mehr als ein Viertel zulegen.

Bei H&M stiegen die gesamten Erlöse im vierten Quartal des Geschäftsjahres 2020/21 (per 30. November) binnen Jahresfrist bereinigt um acht Prozent auf 57 Milliarden schwedische Kronen (5,5 Mrd Euro), wie der Konzern mitteilte. Im Gesamtjahr zog der Umsatz um sechs Prozent auf umgerechnet 19,4 Milliarden Euro an.

Neben der langsameren Erholung beim Umsatz hat H&M einen deutlich höheren Lagerbestand als der spanische Konkurrent. H&M-Chefin Helena Helmersson arbeitet seit einiger Zeit daran, diesen zu verringern. Probleme bereiten dabei immer wieder Corona-Auflagen. So waren zu Beginn des vierten Quartals rund 100 Läden vor allem in Südostasien geschlossen. Zum Ende des Quartals waren es 115 Filialen - dieses Mal vor allem in Österreich und der Slowakei.

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