BONN (dpa-AFX) - Die Monopolkommission hat der Bundesregierung geraten, auch in der Krise die Voraussetzungen für einen fairen Wettbewerb zu schaffen. "Der Druck zusammenzuarbeiten, ist recht hoch", sagte der Vorsitzende des Expertengremiums, Achim Wambach, am Mittwoch bei der Vorstellung eines Gutachtens. Es sei gut, dass der Staat Unternehmen helfe - er müsse dies allerdings zeitlich befristen und bestimmte Regeln aufstellen, damit der Wettbewerb nicht langfristig leide. Das Gleiche gelte für Kartellbehörden, die Unternehmen erlaubten, in der Krise temporär zu kooperieren. Zuvor hatte die Kommission das Gutachten an Bundeswirtschaftminister Peter Altmaier (CDU) übergeben.

Die Konzentration auf vielen Märkten werde zunehmen, so die Prognose. Im Herbst drohe eine heftige Insolvenzwelle, so Wambach. Staatliche Hilfen wie für die Deutsche Bahn könne dem Wettbewerb im Verkehrssektor schaden. Das Gremium schlägt daher vor, Hilfsgelder etwa in die Infrastruktur wie Schienen zu investieren, damit sie auch Wettbewerbern zugute kommen. Bei der staatlichen Beteiligung an der Lufthansa plädiert das Gremium für bestimmte Auflagen und einen klar organisierten Wiederausstieg.

Außerdem forderte die Monopolkommission die Bundesregierung auf, sich im Rahmen ihrer EU-Ratspräsidentschaft für eine stärkere Regulierung von Digitalkonzernen auf europäischer Ebene einzusetzen. Die durch die Corona-Krise beschleunigte Digitalisierung führe dazu, dass Digitalkonzerne noch mächtiger würden - Google und Amazon würden auch nicht mehr von der Bildfläche verschwinden, hielt Wambach fest. "Wir brauchen feste Regeln, eine Art Regulierung."

Die Monopolkommission hat für die Bundesregierung lediglich eine beratende Funktion. Als unabhängiges Gremium spricht sie Empfehlungen zu Wettbewerbspolitik und -recht aus. Altmaier dankte am Mittwoch für die Vorschläge und kündigte an, die Bundesregierung werde diese intensiv prüfen./swe/DP/mis