von Marko Reichert

Die italienische Wirtschaft kommt nicht in Schwung. Die Ratingagentur Moody's stuft deshalb die Kreditwürdigkeit des Landes um drei Stufen nach unten. Das Rating wurde von "Aa2" auf "A2" herabgesetzt.

Neben den ökonomischen sind auch die politischen Unsicherheiten ausschlaggebend für den Schritt. Diesen hatte Moody's schon mit seinem negativen Ausblick angekündigt. Begründet wird die Entscheidung mit der Eintrübung der Konjunktur und der Stimmung unter den Investoren. Diese könnte nach Meinung von Moody's den Zugang zum Anleihe-Markt erschweren. Die Gefahr eines Zahlungs-Ausfalls besteht zwar nicht, dafür gibt es aber Risiken bei längerfristigen Finanzierungs-Quellen. Die Regierung Berlusconi hat die Bonitätsherabsetzung erwartet und will nun die von der EU-Kommission unterstützten Haushaltsziele erfüllen. Trotzdem belässt die Agentur nach der Herabstufung den Ausblick auf negativ. Stimmen werden nun laut, die eine Forcierung der Sparbemühungen fordern. Italien ist die drittgrößte Wirtschaft im Euro-Raum. Sie hat aber einen gigantischen Schuldenberg von 1,9 Billionen Euro angehäuft, was 120 Prozent der jährlichen Wirtschaftsleistung entspricht. Moody's gab an weitere Länder mit einem negativen Ausblick herabzustufen. Bis auf die Schwergewichte wie Deutschland und Frankreich könnte das potentiell alle Länder der Euro-Zone betreffen.