WARSCHAU (dpa-AFX) - Polens Regierungschef Mateusz Morawiecki hat beim Antrittsbesuch von Kanzler Olaf Scholz (SPD) in Warschau gefordert, die Inbetriebnahme der umstrittenen Ostseepipeline Nord Stream 2 zu verhindern. Das Projekt werde die Möglichkeiten des Kremls erhöhen, Druck auf die EU auszuüben und die "politische und energetische Schlinge" um die Ukraine zuzuziehen, sagte Morawiecki am Sonntag nach seinem Gespräch mit Scholz. "Die beste Lösung wäre es, wenn man die Inbetriebnahme von Nord Stream 2 nicht zulassen würden."

Scholz bekräftigte mit Blick auf Nord Stream 2, dass Deutschland sich auch in Zukunft dafür verantwortlich für das Gas-Transitsgeschäft der Ukraine kümmern werde. Man werde die Ukraine auch beim Ausbau erneuerbarer Energien unterstützen. Auf die Forderung Morawieckis, die Inbetriebnahme der Pipeline zu stoppen, ging Scholz nicht ein.

Polens Regierung ist seit Langem gegen die Pipeline. Sie befürchtet, dass Russland damit die Abhängigkeit Europas von seinen Gaslieferungen erhöhen und die bisherigen Transitländer unter Druck setzen könnte./dhe/DP/zb