MOSKAU (dpa-AFX) - Aus der belagerten ukrainischen Hafenstadt Mariupol sind nach Angaben des russischen Verteidigungsministeriums weitere rund 43 000 Menschen in Sicherheit gebracht worden. Zudem seien am Donnerstag den Menschen 134 Tonnen Hilfsgüter übergeben worden, darunter Medikamente und Lebensmittel, sagte Generalmajor Michail Misinzew am Abend in Moskau.

Russland weist immer wieder Vorwürfe der ukrainischen Seite zurück, es werde gezielt auf Zivilisten geschossen. Russland führt seit dem 24. Februar einen Angriffskrieg gegen die Ukraine mit dem Ziel, das Land zu "entmilitarisieren" und von antirussischen "Neonazis" zu säubern.

Misinzew warf "ukrainischen Nationalisten" vor, die Fluchtkorridore zu blockieren und friedliche Menschen nicht durchzulassen. Ziel der ukrainischen Seite sei es, Zeit zu gewinnen, um Hilfe aus dem Westen zu erhalten. Überprüfbar sind diese Angaben nicht.

Der russische Präsident Wladimir Putin, der den Einmarsch in die Ukraine befohlen hatte, warf den Nationalisten wiederholt vor, friedliche Bürger als Geiseln zu nehmen. Die Ukraine weist das kategorisch zurück und wirft Putin einen mörderischen Angriffskrieg vor.

Nach Darstellung von Militärsprecher Misinzew stimmte Moskau am Donnerstag einem Vorschlag Kiews zu, neun weitere humanitäre Korridore an umkämpften Städten einzurichten und die Feuerpause einzuhalten. Solche Korridore gibt es demnach in der Hauptstadt Kiew, in der zweitgrößten Stadt Charkiw im Osten des Landes, darunter sei auch ein Weg nach Russland; in Sumy, Schytomyr und Saporischschja. Die Ukraine hatte Russland wiederholt die Sabotage der Fluchtkorridore vorgeworfen./mau/DP/stw