Mytheresa hatte am heutigen Donnerstag sein Börsendebüt an der Wall Street. Der Aktienkurs des Münchner Online-Luxusmodehändlers wurde erst aufgrund der hohen Nachfrage auf 26 Dollar angehoben und sprang im Zuge des IPOs nochmals weiter nach oben.  

Mytheresa: Starkes Wall-Street-Debüt

Der in München ansässige Luxusmodehändler Mytheresa hatte einen Marktwert von mehr als 3 Milliarden US-Dollar, als er in New York an die Börse ging. Der Preis für den American Depositary Receipt (US-Hinterlegungsschein) der niederländischen Holdinggesellschaft MYT Holland betrug erst 26 US-Dollar  und stieg zu Handelsbeginn am Donnerstag um 38% auf 35,85 US-Dollar an (Mytheresa-Aktie). Auch die Emission ist angestiegen. Von zuvor übermittelten 324 Millionen US-Dollar, beträgt sie nun 407 Millionen US-Dollar. 

Mytheresa: Geld fließt in die Schuldentilgung

Mytheresa selbst erhält insgesamt 370 Millionen US-Dollar aus dem Börsengang. Mit dem Geld hofft sich das Münchner Unternehmen unter anderem, ein Gesellschafterdarlehen in Höhe von 200 Millionen US-Dollar zurückzahlen zu können, mit dem mehrere Finanzinvestoren das Unternehmen im Mai letzten Jahres von der Insolvenz des US-Einzelhandelskonzerns Neiman Marcus befreit haben. Neiman Marcus erwarb Mytheresa 2014 für 150 Millionen US-Dollar. Mytheresa-Chef Michael Kliger sagte in einem Interview mit dem Manager-Magazin: „Der Börsengang erschien unserer Gesellschaft als attraktivste Möglichkeit, um die Schulden zurückzuführen“.

Der Rest des Geldes soll direkt an die Altaktionäre gehen.

Mytheresa-Chef zum Börsendebüt

Mytheresa-Chef Michael Kliger hat sich bereits zu seinem IPO geäußert: „Wir freuen uns über unser gelungenes Börsendebüt und werden auch zukünftig alles daran setzen, unsere Investoren und Kunden zufriedenzustellen“. 

In einem Gespräch mit Reuters erklärte er das große Interesse von Investoren mit dem „enormen Wachstumspotenzial“ bei vermögenden Kunden: „Luxus war bisher deutlich weniger digital als andere Branchen. Heute liegt der Anteil von Luxusmode, die online gekauft wird, bei ungefähr 12 Prozent. Das dürfte auf 30 Prozent steigen“.