BERLIN (dpa-AFX) - Der Umweltverband Nabu hat bei den Verhandlungen über eine neue Regierung vor einer Einigung auf den kleinsten gemeinsamen Nenner beim Klimaschutz gewarnt. "Der Erhalt unserer Lebensgrundlagen gehört ganz klar ins Zentrum des Regierungshandelns", sagte Nabu-Präsident Jörg-Andreas Krüger der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. "Ein Koalitionsvertrag ohne ein Notprogramm für die Natur und ein 100-Tage-Gesetzespaket für den Klimaschutz würde das Versagen der kommenden Regierung in relevanten Zukunftsfragen vorwegnehmen."

Mit Blick auf einen schnelleren Ausbau der erneuerbaren Energien sagte Krüger: "Die notwendigen Maßnahmen sind bekannt, jetzt geht es um die schnelle Umsetzung."

Nach den Wahlversprechen von SPD, Grünen und Liberalen bestünden große Erwartungen an eine mutige und engagierte Politik für Klima und Natur, so Krüger. Die drei Parteien hatten am Donnerstag erstmals in einem Dreiergespräch über eine mögliche gemeinsame Regierung gesprochen.

SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz habe für engagierten Klimaschutz geworben, die FDP wollte mit Beteiligung der Wirtschaft ein "technologisches Feuerwerk" für die Reduktion der CO2-Emissionen entfachen und die Grünen forderten eine die öko-soziale Transformation, so Krüger. "Das macht Mut auf viel Dynamik. Doch ausgerechnet bei Klima und Natur besteht weiter die Gefahr einer Einigung auf den kleinsten gemeinsamen Nenner."/hoe/DP/stk