ROM (dpa-AFX) - Nach monatelangem Ringen rückt der Start der Nachfolge-Fluggesellschaft der angeschlagenen Alitalia näher. Die Diskussion mit der EU-Kommission über Gründung der Italia Trasporto Aereo (Ita) wurde positiv abgeschlossen, teilte das italienische Wirtschafts- und Finanzministerium am Donnerstag mit. Die ersten Flieger sollen laut Ita ab dem 15. Oktober abheben, der Start des Ticketverkaufs ist für den 15. August geplant.

"Mit Ita entsteht eine neue wichtige italienische Fluggesellschaft mit bedeutenden Entwicklungsperspektiven, die auf dem nationalen und internationalen Markt konkurrieren kann", erklärte Transportminister Enrico Giovannini. Medienberichten zufolge soll Alitalia dann am 15. Oktober aus dem Betrieb gehen.

Ita wollte eigentlich schon im Frühjahr starten. Über Monate herrschte jedoch Uneinigkeit mit den EU-Wettbewerbshütern in Brüssel. Ein Knackpunkt waren zum Beispiel die Start- und Landerechte an bestimmen Flughäfen. Ita bat laut Medienberichten an, einige Dutzend davon abzutreten. Brüssel war das aber noch zu wenig.

Alitalia ist seit Jahren auf staatliche Hilfen angewiesen, weil die Airline keine Gewinne mehr einfährt. Ita soll deshalb in verschlankter Form an den Start gehen. 85 Prozent der heutigen Alitalia-Slots am Flughafen Mailand Linate und 43 Prozent in Rom Fiumicino würden übernommen, erklärte Ita. Der Verwaltungsrat habe dazu einem Plan bis 2025 zugestimmt. Damit sei auch der Weg frei, sodass die Hauptversammlung eine Kapitalerhöhung von 700 Millionen Euro beschließen könne - Geld, das die Airline dann ausgeben kann.

Ita will nach eigenen Angaben mit 52 Maschinen an den Start gehen. Davon sind sieben Großraumflugzeuge und 45 Schmalrumpfflugzeuge. 2022 sei geplant, mit insgesamt 78 Fliegern zu operieren. In diesem Jahr sollen bei Ita bis zu 2950 Menschen im Flugbetrieb arbeiten. Bis 2025 soll die Belegschaft dann bis zu 5700 Mitarbeiter umfassen. Von ihren Drehkreuzen in Rom und Mailand will die neue Fluggesellschaft sich auf Geschäfts- und Freizeitkunden konzentrieren. Im Angebot seien zunächst 45 Destinationen und 61 Flugrouten, darunter Frankfurt, Paris, London, New York und Buenos Aires./jon/DP/stw