Wichtige Punkte

  • Amazon dominiert die Märkte für E-Commerce und Cloud-Computing, die beide schnell wachsen.
  • PayPal ist die am meisten akzeptierte digitale Geldbörse und das Unternehmen setzt Venmo effektiver ein.

Die Wall Street macht sich Sorgen um die Wirtschaft. Probleme in der Lieferkette und geopolitische Konflikte haben die Inflation auf ein 40-Jahres-Hoch getrieben, aber wenn die US-Notenbank ihre Geldpolitik zu aggressiv strafft – durch Zinserhöhungen oder eine zu schnelle Schrumpfung der Bilanz –, könnte dies die Wirtschaft in eine Rezession stürzen. Viele Anleger haben Aktien verkauft, um sich gegen diese Möglichkeit abzusichern, und der Nasdaq Composite ist seit seinem Höchststand um 25 % gefallen, was den Index in den Bereich eines Bärenmarktes bringt.

Oberflächlich betrachtet macht diese Logik Sinn. Die Umsätze und Gewinne der Unternehmen würden bei einem Wirtschaftsabschwung zurückgehen und diese Kennzahlen werden normalerweise zur Bewertung von Aktien herangezogen. Allerdings überreagiert der Markt häufig sowohl auf gute als auch auf schlechte Nachrichten und viele angeschlagene Wachstumsaktien sehen im Moment wie Schnäppchen aus. So sind zum Beispiel die Aktien von Amazon (WKN: 906866, -1,40%) und PayPal Holdings (WKN: A14R7U, -4,39 %) um 33 % bzw. 70 % gefallen, aber die Zukunft sieht für beide Unternehmen rosig aus.

Hier ist der Grund dafür.

1. Amazon

Die Wall Street war von Amazons Ergebnissen zum ersten Quartal enttäuscht, aber Investoren, die die Aktie verkauft haben, übersehen das große Ganze. Amazon ist ein Kraftpaket in zwei wichtigen Branchen. Sein Marktplatz verzeichnete im Jahr 2021 durchschnittlich 5,2 Milliarden monatliche Besucher, dreimal mehr als sein nächster Konkurrent. Und Amazon hat im vergangenen Jahr 41 % der E-Commerce-Verkäufe in den USA im Alleingang abgewickelt, mehr als die nächsten 14 Einzelhändler zusammen.

Noch besser: Das Unternehmen dominiert auch die Cloud-Computing-Branche. Laut einer Studie von Gartner war Amazon Web Services (AWS) im vergangenen Jahr erneut der führende Cloud-Anbieter. Und im ersten Quartal 2022 hatte AWS einen Marktanteil von 33 %. Das ist mehr als Microsoft und Alphabet zusammen.

Warum war die Wall Street also enttäuscht?

Die hohe Inflation und die steigenden Kosten drückten auf das Ergebnis und Amazon verzeichnete den ersten Quartalsverlust seit mehreren Jahren. Aber dieses Problem ist nur vorübergehend und Amazon ist über einen längeren Zeitraum hinweg immer noch in einem beeindruckenden Tempo gewachsen.

Kennzahl Q1 2019 Q1 2022 CAGR
Umsatz (letzte 12 Monate)  241,5 Mrd. USD  477,8 Mrd. USD 26 %
Nettoeinnahmen (letzte 12 Monate)  12,0 Mrd. USD  21,4 Mrd. USD 21 %

DATENQUELLE: YCHARTS. CAGR = DURCHSCHNITTLICHE JÄHRLICHE WACHSTUMSRATE.

Mit einer Marktkapitalisierung von 1,3 Billionen US-Dollar machen sich einige Investoren Sorgen um die zukünftigen Wachstumsaussichten von Amazon. Laut einer Prognose von eMarketer werden die Umsätze im Onlineeinzelhandel bis 2025 um 50 % steigen und laut Gartner werden sich die Ausgaben für Cloud-Dienste im gleichen Zeitraum mehr als verdoppeln. Diese letzte Zahl ist besonders bemerkenswert, weil Cloud-Computing viel profitabler ist als der Einzelhandel. Hier erzielt AWS in der Regel eine Betriebsmarge von über 30 %, während die Betriebsmarge von Amazons Einzelhandelsgeschäft selten über 5 % liegt.

Daher hat Amazon in seinen beiden Kernbranchen noch viel Potenzial für Wachstum und die Rendite dürfte steigen, wenn AWS ein größerer Teil des Puzzles wird. Und mit einem Aktienkurs von 2,7-mal dem Umsatz ist Amazon heute billiger als zu jedem anderen Zeitpunkt in den letzten fünf Jahren. Deshalb ist dieser Wachstumswert ein echter Kauf.

2. PayPal

Die Marke PayPal ist ein Synonym für digitale Zahlungen. Über 75 % der 1.500 größten Unternehmen bieten PayPal an der Kasse an und sind damit die mit Abstand am meisten akzeptierte digitale Geldbörse. Zum Vergleich: Apple Pay liegt mit nur 27 % Akzeptanz auf Platz zwei. Was ist der Grund für diesen Erfolg?

PayPal hat sich durch die Größe und Breite seines Portfolios hervorgetan. Das Unternehmen verfügt über 429 Millionen aktive Konten, darunter 35 Millionen Händler, und bietet eine breite Palette von Finanzprodukten und -dienstleistungen für Verbraucher und Unternehmen an. Besonders erwähnenswert ist, dass PayPal kürzlich Schritte unternommen hat, um seine Präsenz im stationären Handel mit der Venmo-Kreditkarte und QR-Code-Zahlungen zu stärken. Außerdem hat PayPal Zettle in den USA auf den Markt gebracht, eine Point-of-Sale-Lösung, die Händlern hilft, ihr Geschäft über physische und digitale Schaufenster zu verwalten.

Im ersten Quartal 2022 hatte PayPal weiterhin mit dem Verlust von eBay, der hohen Inflation und den geopolitischen Konflikten zu kämpfen, die allesamt zu einer Verlangsamung des Umsatz- und Gewinnwachstums führten. Aber dieses Problem ist nur vorübergehend und das Unternehmen hat über einen längeren Zeitraum hinweg solide Ergebnisse erzielt.

Kennzahl Q1 2019 Q1 2022 CAGR
Umsatz (letzte 12 Monate)  15,9 Mrd. USD  25,8 Mrd. USD 18 %
Nettoeinnahmen (letzte 12 Monate)  2,2 Mrd. USD  3,6 Mrd. USD 17 %

DATENQUELLE: YCHARTS. CAGR = DURCHSCHNITTLICHE JÄHRLICHE WACHSTUMSRATE.

Trotz eines schwierigen makroökonomischen Umfelds sieht die Zukunft für PayPal rosig aus. Das Unternehmen wird in diesem Quartal die schlimmsten Auswirkungen von eBay überstehen, sodass der Verlust des eBay-Geschäfts in der zweiten Jahreshälfte 2022 kein Problem mehr sein wird. Und die Inflation wird sinken, wenn sich die Lieferketten normalisieren und die Zinssätze steigen.

Noch wichtiger ist, dass PayPal eine starke Wachstumsstrategie umsetzt. Das Unternehmen hat vor Kurzem sein digitales Portemonnaie umgestaltet, um Tools für Shopping-Belohnungen, die Entdeckung von Geschäften und den Kryptohandel einzubinden. Außerdem ist das digitale Portemonnaie Venmo jetzt eine Bezahloption bei DoorDash, Revolve und Booking Holdings und wird später in diesem Jahr auch bei Amazon verfügbar sein. Diese Upgrades kommen gerade zur rechten Zeit, denn laut Juniper Research wird sich die Nutzung digitaler Geldbörsen unter den Verbrauchern zwischen 2021 und 2025 verdoppeln.

PayPal beziffert seinen ansprechbaren Markt auf 110 Billionen US-Dollar und unaufhaltsame Trends wie Onlineshopping und digitaler Zahlungsverkehr sollten dem Unternehmen Rückenwind geben. Und mit einem Aktienkurs von 4,2-mal dem Umsatz ist PayPal heute so günstig wie noch nie seit dem Börsengang im Jahr 2015. Deshalb ist dieser Wachstumswert ein kluger Kauf.

Der Artikel Nasdaq-Bärenmarkt: 2 unaufhaltsame Wachstumsaktien, die man in der Baisse kaufen sollte ist zuerst erschienen auf The Motley Fool Deutschland.

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John Mackey, CEO von Whole Foods Market, einer Amazon-Tochter, ist Mitglied des Vorstands von The Motley Fool. Suzanne Frey, eine Führungskraft bei Alphabet, ist Mitglied des Vorstands von The Motley Fool.

Dieser Artikel wurde von Trevor Jennewine auf Englisch verfasst und am 07.05.2022 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können. Trevor Jennewine hat Positionen bei Amazon und PayPal Holdings. The Motley Fool hat Positionen in und empfiehlt Alphabet (A-Aktien), Alphabet (C-Aktien), Amazon, Apple, Booking Holdings, DoorDash, Inc., Microsoft, PayPal Holdings und Revolve Group Inc. The Motley Fool empfiehlt eBay und empfiehlt die folgenden Optionen: Long März 2023 $120 Calls auf Apple und Short März 2023 $130 Calls auf Apple. 

Motley Fool Deutschland 2022

Autor: Trevor Jennewine, Motley Fool beitragender Investmentanalyst


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