Warren Buffett hat zugegebenermaßen einige Fehler begangen. Fehler, über die das Orakel von Omaha allerdings offen spricht. Im letzten Brief an die Aktionäre ist beispielsweise von PCC die Rede, wo Buffett einfach den Preis und die Erwartungen zu optimistisch bewertet hat. Es sei ein größerer, wie der Starinvestor selbst zugibt.

In letzter Zeit wurden Warren Buffett jedoch viele Fehler angedichtet. Einige sogar mit Wiederholungsfaktor, so wie eben zuletzt. Lass uns im Folgenden daher einmal schauen, welcher potenzielle Fehler dem Orakel von Omaha augenscheinlich unterlaufen ist. Sowie, warum dieser Blickwinkel absolut nicht zielführend, ja sogar falsch sein dürfte.

Warren Buffett & der potenzielle Fehler

Erneut sind es die Bewegungen des letzten Jahres, die Warren Buffett als potenziellen Fehler verfolgen. Konkret geht es dabei um das Trennen seiner Beteiligungen an United Airlines sowie Occidential Petroleum. Hierzulande heißt es sogar, der Starinvestor habe sich nicht an seine Regeln gehalten, indem er die Aktien verkauft habe.

Warren Buffett ist eigentlich bekannt dafür, dass er seine Aktien für immer halte, so sinngemäß der Tenor. Was überdies eine leicht verfälschte Wiedergabe des Zitates ist. Warren Buffetts liebste Haltedauer ist nämlich für immer, was den entscheidenden Unterschied impliziert, dass einige Aktien sich nicht dafür eignen, für immer gehalten werden zu können. Aber beschäftigen wir uns nicht mit den Feinheiten.

Es geht jedenfalls thematisch darum, dass Warren Buffetts Fehler darin bestand, dass er die obigen Aktien zur Unzeit verkauft habe. In diesem Jahr gehörten die beiden Anteilsscheine zu den stärksten Performern, was Millionenverluste bedeuten würde. Natürlich nicht mehr direkt für Berkshire Hathaway (WKN: A0YJQ2). Aber doch fiktiv, wenn wir die positive Performance in diesem Jahr bedenken.

Allerdings liegt auch hier ein potenzieller Betrachtungsfehler vor. Nämlich dahin gehend, wie Warren Buffett Unternehmen und Aktien bewertet.

Warum es kein Fehler von Warren Buffett ist

Um zu verstehen, weshalb dieser vermeintliche Fehler von Warren Buffett eigentlich keiner ist, sollten wir vielleicht zu einem Zitat von Charlie Munger, seiner rechten Hand, ausweichen. Das zweite Orakel von Omaha hat einmal definiert, dass man nicht reich mit Aktien werde, wenn man sie kauft oder verkauft. Nein, sondern während man sie hält. Ein Zitat, das eines unterstreicht: Es geht dem Starinvestor nicht darum, Aktien günstig zu kaufen und teuer wieder abzustoßen. Nein, sondern darum, von tollen Unternehmen langfristig orientiert zu profitieren.

United Airlines und Occidential Petroleum gehören zu diesem Kreis in den Augen von Warren Buffett nicht mehr dazu. Beziehungsweise gehörten es in Zeiten des Corona-Crashs nicht mehr, weil sich das Chance-Risiko-Verhältnis ungünstig verschoben hat. Das ist der Grund, weshalb der Starinvestor direkt und aus einer unternehmensorientierten Perspektive verkauft hat.

Die Aktien mögen heute höher notieren. Kein Zweifel: Das Timing mag daher nicht günstig gewesen sein. Von einem Fehler zu sprechen, den Warren Buffett beim Verkauf dieser beiden Aktien begangen hat, zeigt jedoch nur eines: Dass man den Ansatz des Orakels von Omaha eigentlich nicht verstanden hat.

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Vincent besitzt Aktien von Berkshire Hathaway. The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von Berkshire Hathaway (B-Aktien) und empfiehlt die folgenden Optionen: Short March 2021 $225 Call auf Berkshire Hathaway (B-Aktien), Long January 2023 $200 Call auf Berkshire Hathaway (B-Aktien) und Short January 2023 $200 Put auf Berkshire Hathaway (B-Aktien).

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Autor: Vincent Uhr, Motley Fool beitragender Investmentanalyst

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