Für Anleger von Wasserstoff Aktien scheint es eine gute Zeit. Wasserstoff Aktien konnten im letzten Jahr über 400 Prozent zulegen. Seitdem bekannt ist das Joe Biden Präsident wird, gab es einen weiteren Run. Dieser hat bereits in den ersten Stunden nach seinem Amtsantritt die Rückkehr zum Pariser Klimaabkommen angeordnet. Doch ist der Hype gerechtfertigt?

Die Meinungen ob die Aktie bereits zu hoch bewertet ist, sind geteilt. Die einen vertreten die Meinung, dass die beispiellose Rallye in „grüne Wasserstoffaktien“ sich fortzusetzen scheint, da Investoren in Scharen zu Wasserstoff-Unternehmen strömen. Diese versprechen den Wasserstoff ohne fossile Brennstoffe zu produzieren.

Wasserstoff ist das am häufigsten vorkommenden Element der Erde. Es wird jedoch meist aus fossilen Brennstoffen gewonnen, hierbei wird Kohlenstoffdioxid freigesetzt. „Grüner“ sauberer Wasserstoff erfordert die Verwendung von Elektrolyse, um Wasser in seine Bestandteile Wasserstoff und Sauerstoff aufzuspalten.

Die Aktienkurse der Unternehmen in der Wasserstoff Branche sind im letzten Jahr um mehr als 500% gestiegen. Diese wurden angetrieben durch die stetig wachsende Akzeptanz von emissionsfreien Fahrzeugen und den von vielen Ländern gesetzte Frist bis 2050 kohlenstofffrei zu werden. Hier spiel auch der neue US-Präsident Joe Biden eine wichtige Rolle.

Dieser hatte die Rückkehr zu den Verpflichtungen des internationalen Klimaschutzabkommens immer wieder angekündigt. Er will die USA zur führenden Nation beim Kampf gegen den Klimawandel machen.

Unternehmen wie Plug Power, Everfuel und und Nel stellen Wasserstoff-Brennstoffzellensysteme her. Dieser werden in verschiedensten Geräten wie Lagermaschinen und Autos verwendet. Sie führten den Vorstoß an und sind im letzten Jahr über 400 Prozent gestiegen.

„Heißes Geld fließt in erneuerbare und saubere Energien, und es gibt eine klare Neubewertung des Sektors“, sagt Emmanuel Cau, Leiter der europäischen Aktienstrategie bei Barclays.

Während sich viele auf die Rolle von Wasserstoff im Automobilsektor konzentrieren, wächst seine Nutzung weit darüber hinaus.

Die EU plant, Projekte für erneuerbaren Wasserstoff in umweltbelastenden Sektoren von der Chemie bis zur Stahlindustrie auszubauen, wobei die kumulierten Investitionen in erneuerbaren Wasserstoff in Europa bis 2050 bis zu 470 Milliarden Euro erreichen sollen.

Hierdurch wurden die Aktien von Nel Asa aus Norwegen und ITM Power aus Großbritannien beflügelt.

Alles nur „heiße Luft“?

Der Hype um die Wasserstoff-Aktien hat zu Befürchtungen einer Blase geführt. Da Untermen zu extrem hohen Preisen gehandelt werden. Diese beruhen auf Erwartungen von künftigen hohen Umsatzsteigerungen.

Jedoch ist die breite Akzeptanz von Wasserstoffbetriebenen Fahrzeugen keine Selbstverständlichkeit.

Das im Dezember vorgestellte Wasserstoff-Auto von Toyota zum Beispiel ist bislang gescheitert. Kunden hatten zu große Bedenken. Der Trend für Elektrofahrzeuge könnte zudem für weiteren Gegenwind sorgen.

Unternehmen wie ITM Power werden mit dem siebenfachen des Umsatzes im Jahr 2030 gehandelt. Nel hingegen ist mit dem Dreifachen des Umsatzes im Jahr 2030 noch günstig.

Die Analysten von JP Morgan rieten langfristigen Anlegern in einer kürzlich veröffentlichten Notiz, jeden Preisrückgang auszunutzen und „für die nächsten Jahre einen unorthodoxen Ansatz bei der Bewertung zu wählen“ – mit anderen Worten, sich keine Sorgen über eine mögliche Blase zu machen.