FRANKFURT (dpa-AFX) - Tiefrote Zahlen 2020 und ein harter Sanierungskurs: Der neue Commerzbank -Chef Manfred Knof hat keine guten Nachrichten im Gepäck, wenn er an diesem Donnerstag (10.30 Uhr) zum ersten Mal in seiner neuen Funktion vor die Medien tritt. Knof will erläutern, was genau hinter den Sparplänen steckt und welche Ziele sich das neu formierte Management bis 2024 setzt.

Die Eckdaten der Bilanz für das Geschäftsjahr 2020, die der Frankfurter MDax -Konzern am Morgen (7.00 Uhr) veröffentlicht, sind bereits bekannt. Nach vorläufigen Zahlen liegt der Verlust bei knapp 2,9 Milliarden Euro. Darin enthalten sind nach Angaben der Bank 800 Millionen der 1,8 Milliarden Euro Aufwendungen für den Konzernumbau.

Belastet wird das Jahresergebnis 2020 zudem dadurch, dass das Institut 1,5 Milliarden Euro abschreibt, weil sich übernommene Geschäfte der Dresdner Bank und der polnischen MBank nicht so gut entwickelten wie seinerzeit erhofft. Auch die Vorsorge für mögliche Rückschläge in Folge der Corona-Pandemie fällt mit mindestens 1,7 Milliarden Euro höher aus als noch im Herbst erwartet.

Es wäre der höchste Jahresverlust für die Commerzbank seit der Finanzkrise. 2009 hatte sich das Minus auf mehr als 4,5 Milliarden Euro summiert, der Staat rettete die Bank, die kurz zuvor die Dresdner Bank übernommen hatte, mit Steuermilliarden vor dem Kollaps und wurde ihr größter Aktionär.

Knof, der die Konzernführung zum 1. Januar übernommen hat, verordnet der Commerzbank in einem von Zinstief und Digitalisierung geprägten Umfeld nun einen harten Sparkurs. 10 000 Vollzeitstellen werden gestrichen und damit etwa ein Viertel der zuletzt knapp 40 000 Jobs. In Deutschland halbiert die Commerzbank die Zahl ihrer Filialen von 790 auf 450 fast. Im Ausland gibt das Institut 15 Standorte auf. Das alles soll die Kosten senken und die Bank wieder profitabler machen./ben/DP/fba