PARIS (dpa-AFX) - Europas Raumfahrt soll künftig stärker auf kommerzielle Geschäftsmodelle und private Anbieter setzen. "In der Debatte heute haben wir sehr viel über New Space, Start-ups und Innovation gehört", sagte der Koordinator der Bundesregierung für die Luft- und Raumfahrt, Thomas Jarzombek (CDU), am Freitag nach einer Sitzung des Europäischen Weltraumrats. "Wir glauben, dass Start-ups für Innovation absolut notwendig sind", so Jarzombek weiter. "Um echte Innovation zu fördern, ist es entscheidend, die Märkte zu öffnen, die Tür für neue Akteure mit neuen Herangehensweisen zu öffnen." Dafür müssten die Europäische Union und die Europäische Weltraumorganisation Esa offen sein.

Der Chef der Europäischen Weltraumorganisation, Jan Wörner, betonte, dass es derzeit in der Raumfahrt eine heftige Konkurrenz gebe. "Was ist New Space? New Space ist nicht auf kleine Unternehmen beschränkt, die in ihren Wohnzimmern Raketen und Weltraumfahrzeuge bauen", sagte er. "New Space hat Besonderheiten. Und diese Besonderheiten lassen sich mit den Worten Kostenreduzierung, Kommerzialisierung und neue Märkte, Innovation, Agilität und Flexibilität beschreiben. Und das brauchen wir."

Der Europäische Weltraumrat ist eine gemeinsame Tagung der Esa und der Europäischen Union. Deutschlands Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) hatte unter der deutschen EU-Ratspräsidentschaft die Leitung des Rates übernommen und sollte eigentlich auch im Anschluss an das Treffen sprechen. Dies ist Jarzombek zufolge aber aus Zeitgründen nicht mehr möglich gewesen.

Zuletzt musste die europäische Raumfahrt einige Rückschläge hinnehmen

- etwa den zweiten Absturz einer Vega-Rakete Anfang dieser Woche. Vor

kurzem hatte die Esa außerdem erklärt, dass sich der Start der neuen Trägerrakete Ariane 6 weiter verzögen wird und nun erst für 2022 vorgesehen ist. Der Hersteller ArianeGroup und die Zulieferer hatten daraufhin über steigende Produktionskosten geklagt. "Wir haben heute nicht im Detail über die Ariane 6 gesprochen", sagte Wörner. Die Esa hatte zuletzt Medien zufolge erklärt, ihre Mitgliedstaaten um zusätzliche Millionensummen für Entwicklung und Bau der Rakete bitten zu wollen. "Ich kann dazu nichts Konkretes sagen", so Wörner. Über das Geld habe man während des Rates nicht gesprochen./nau/DP/fba