Nachdem der Umsatz des US-amerikanischen Sportartikelherstellers Nike im Heimatland stark angestiegen ist, wurde der Aktienkurs in der Nacht von Donnerstag auf Freitag beispiellos in die Höhe getrieben. Davon mitgerissen stiegen auch die Papiere der deutschen Konkurrenten Adidas und Puma

Nike mit Umsatz-Verdopplung im Q4

Nike hat im vergangenen Quartal aufgrund der Wiedereröffnung seiner Filialen nach dem Lockdown erhebliche Gewinne verzeichnet und dabei alle Erwartungen übertroffen.

In der vierten Periode verdoppelte sich der Umsatz, angetrieben von den Großhändlern, auf 12,34 Milliarden US-Dollar. Die Markteinschätzung lag auf nur noch 11 Milliarden US-Dollar. Der Direktumsatz stieg um 73 % auf 4,5 Milliarden US-Dollar, der Online-Umsatz um 41 %. Gleichzeitig kehrte das Unternehmen in die Gewinnzone zurück. Das für seine Sportschuhe bekannte Unternehmen erzielte zum 31. Mai einen Gewinn von 1,51 Milliarden US-Dollar nach einem Verlust von 790 Millionen US-Dollar im Vorjahr. Nach der Anpassung soll Nike 93 Cent pro Aktie verdienen, nachdem sie im Jahr 2020 51 Cent verloren hatten. Analysten hatten zuvor einstimmig einen Gewinn je Aktie von wieder nur 51 Cent erwartet.

Im Nasdaq-Handel notiert die Nike-Aktie am Freitagabend noch immer mit einem Plus von 13,70% auf 151,89 US-Dollar. 

Auch die Aktien von Adidas und Puma profitieren von den Nike-Zahlen

Beflügelt von den positiven Zahlen der “JUST DO IT”-Brand bewegten sich auch die Aktien von Puma und Adidas Richtung Norden. 

Letztere schafft es nicht nur an die Spitze des Dax, die Adidas-Aktie erreicht mit einem Plus von 5% auch einen neuen Höchststand seit Anfang 2020. Zwar kann der Kurs der Puma-Papiere nicht so glänzen wie der seines Rivalen, doch mit einem Plus von 2% klettert er trotzdem auf ein neues Rekordhoch und überschreitet zeitweise die 100-Euro-Marke. Zu Handelsschluss am Freitag notiert Adidas im Xetra-Handel bei 309,70 Euro und Puma bei 98,81 Euro. 

Analysten reagieren darauf positiv – bei Puma haben einige Experten ihre Kursziele angehoben, zeigen aber noch großes Potenzial. Auch zu Adidas gibt es positive Kommentare: Die Schweizer Großbank UBS hält das Adidas-Rating bei „Kaufen“ mit einem Kursziel von 363 Euro. Analystin Zuzanna Pusz schrieb in einer am Freitag veröffentlichten Prognose, dass die Ergebnisse des Sportartikelherstellers im zweiten Quartal in Bezug auf das Wachstum vor Wechselkurseffekten besser ausfallen sollten, als das Management bei der Veröffentlichung der Daten für das erste Quartal impliziert hatte. Der Fokus auf Umsatzwachstum soll sich auszahlen und die Lücke zum Wettbewerb schließen.

Auch Jefferies-Analyst James Grzinic äußerte sich zum Börsen-Spektakel kurz vorm Wochenende. Die starke Nachfrage auf dem nordamerikanischen und europäischen Markt ebnete Adidas und Puma den Weg, in den kommenden Wochen gleichermaßen ermutigende Quartalsberichte zu veröffentlichen. „Crikey Nike!“ nannte er seine Analyse – auf Deutsch: „Mein Gott, Nike!“ Die Umsätze von März bis Mai lagen um 10 % über den Markterwartungen. Vor allem der Großhandel holt nach Lieferverzögerungen im dritten Quartal dieses Geschäftsjahres auf. 

Grzinic sagte jedoch, dass es schwierig sei, die Wachstumsrate von Nike auf die Wachstumsrate von Adidas und Puma zu übertragen. Denn die aktuelle Konsensschätzung der beiden deutschen Kontrahenten liegt deutlich unter dem von Nike in der Nacht zuvor gemeldeten Wert. Dies gilt eher für Adidas als für Puma. Dennoch beweist die Performance von Nike, dass die weltweite Nachfrage stark wächst und auch Adidas und Puma davon profitieren sollten.

Angesichts der starken Nachfrage und des Aktienkurses von Adidas knapp unter 310 Euro können nun neue Kaufempfehlungen ausgesprochen werden. Denn knapp die Hälfte der 40 Analysten empfiehlt derzeit nur das Halten der Aktien. Anders sieht es bei Puma aus, 17 von 25 Experten empfehlen, Aktien zu kaufen.

/sf