Im letzten Monat geriet das chinesische Elektroauto-Unternehmen NIO mit der Auslieferung in Verzug. Doch der Rückstand soll im Juni nun aufgeholt werden. Der Vorstoß nach Europa rückt näher und die BörsenNews-Community bemängelt die dürftige Kommunikation seitens des Unternehmens. 

Halbleiter-Mangel und Logistik

Im Mai hatte der chinesische Elektrofahrzeughersteller NIO mit den Schwankungen im Halbleitermarkt sowie logistischen Anpassungen zu kämpfen, wie in der Pressemitteilung des Unternehmens steht. Das schlug sich auf die Auslieferung der Fahrzeuge nieder und der Hersteller kam in Verzug. Dafür soll die Produktion im Juni angekurbelt werden und die Rückstände des vorherigen Monats wettgemacht werden. Auch am Gesamtziel für das Quartal hält der Hersteller fest.

Absatzsteigerung und Auslieferungsprognose

Insgesamt lieferte das Unternehmen im Mai diesen Jahres 6711 Fahrzeuge aus und erreichte damit ein Wachstum von gut 95 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Am stärksten nachgefragt wurde der ES6, ein Hochleistungs-Premium-Smart-Elektro-SUV mit fünf Sitzplätzen. Das Fahrzeug wurde mehr als 3000 Mal ausgeliefert. Ebenfalls beliebt ist der Premium-Smart-Elektro-Coupé-SUV, der EC6, mit ebenfalls 5 Sitzplätzen und rund 2300 Auslieferungen. 

Die kumulierten Auslieferungen des ES8, dem Flaggschiff des Unternehmens mit bis zu sieben Sitzen, dem ES6 und EC6 betrugen zum 31. Mai 2021 109.514 Fahrzeuge. An der Auslieferungsprognose von 21.000 bis 22.000 Fahrzeugen im zweiten Quartal 2021 hält NIO weiterhin fest. 

Norwegen als Sprungbrett nach Europa

Das neueste Projekt von NIO-Chef William Li ist in Norwegen: Dort entsteht das erste “NIO House” außerhalb von China und soll das Tor zu Europa öffnen. Zunächst wird der SUV NIO ES8 in Europa platziert werden, ab 2022 kommt die Limousine ET7 dazu. Ab Juli 2021 sind Vorbestellungen möglich und die ersten Auslieferungen im September dieses Jahres geplant.

In einem Artikel des Forbes Magazin wird Li von einer Pressekonferenz zitiert:

“China ist bereits der wettbewerbsfähigste EV-Markt der Welt, wenn ich es in China schaffen kann, gibt es keinen Grund, warum ich es nicht auch anderswo schaffen kann.“

Die NIO-Aktie

Seit dem letzten Tief Mitte Mai bei weniger als 26 Euro dreht die NIO-Aktie wieder nordwärts. Mit ihrem aktuellen Wert bei rund 34,50 Euro ist sie allerdings immer noch weit entfernt vom Jahreshoch im Januar bei rund 54 Euro.

Im BörsenNews-Forum stört die Anleger besonders die mangelnde Kommunikation vonseiten des Unternehmens: “Ich weiß nicht wie das bei anderen Unternehmen aus China so abläuft aber NIO ist was die Informationen für Aktionäre angeht echt eine Katastrophe”, schreibt Nutzer marcellaustria. Community-Mitglied MoschFlakken stimmt ihm zu: “Unser CEO konzentriert sich halt auf sein Geschäft und nicht auf die News. Wobei er ja gesagt hat, dass er optimistisch sei und die Auslieferungen passen werden. Ich würde mir tatsächlich auch mehr News wünschen. Aber vielleicht ist es ja seine Art oder sogar Taktik”.

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