BERLIN (dpa-AFX) - Das Grundwasser in Deutschland ist weiterhin an vielen Stellen zu stark mit Nitrat belastet. Das zeigt der Nitratbericht der Bundesregierung, der sich auf den Zeitraum 2016 bis 2018 bezieht. Demnach lag in mehr als jeder vierten Grundwasser-Messstelle (26,7 Prozent) in landwirtschaftlichen Gebieten der Wert über der von der EU vorgegebenen Grenze von 50 Milligramm pro Liter. Im vorigen Bericht zum Zeitraum 2012 bis 2015 waren es noch 28,2 Prozent der Messstellen. Umwelt-Staatssekretär Jochen Flasbarth sagte der "Neuen Osnabrücker Zeitung", der Bericht zeige, dass es richtig gewesen sei, die Dünge-Vorgaben für Landwirte zu verschärfen.

Alle vier Jahre müssen die EU-Staaten Daten zur Nitratbelastung ihres Grund- und Oberflächenwassers liefern. Auf Druck der EU und nach langem Streit zwischen Umwelt- und Agrarministerium hatte Deutschland das Düngerecht im Frühjahr verschärft. Andernfalls hätten Strafzahlungen an Brüssel von bis zu 850 000 Euro am Tag gedroht. Unter anderem aus Dünger wie etwa Gülle gelangt Nitrat in den Boden, das gut fürs Pflanzenwachstum ist. Zu viel davon kann die Natur aus dem Gleichgewicht bringen. Zudem können aus Nitrat gesundheitsgefährdende Nitrite entstehen.

Im Vergleich zum vorherigen Bericht stellten die Experten eine "leichte Abnahme" der Nitratgehalte im landwirtschaftlich beeinflussten Grundwasser fest, Verbesserungen gab es demnach vor allem an den hoch belasteten Messstellen. Im gesamten deutschen Messnetz, zu dem auch Wald- und Siedlungsgebiete gehören, wird der EU-Grenzwert nur an 17,3 Prozent der Messstellen überschritten.

Fachmedien hatten schon vergangene Woche über die Zahlen berichtet. Der Deutsche Bauernverband hatte die Ergebnisse als tendenziell positiv bewertet, weil die Werte gesunken waren./ted/DP/mis