Gazprom (WKN: 903276) und Nord Stream 2 … ja, was sollen wir noch sagen. Jeden Tag gibt es Schlagzeilen, Einschätzungen oder Neuigkeiten über Sanktionen. Damit ist die EU-Pipeline unzweifelhaft eines der am heißesten diskutierten globalen Wirtschaftsprobleme.

Grundsätzlich scheint sich dabei ein Tenor abzuzeichnen: Der Bau dürfte fertiggestellt werden. Insbesondere Russland sorgt für harte Fakten. Trotzdem ist es der Betrieb von Nord Stream 2, der eine metaphorische Baustelle ist. Sowie hin und wieder zu Belastungen bei der Aktie von Gazprom sorgt.

Jetzt gibt es eine interessante Einschätzung zur EU-Pipeline. Demnach könnte der Bau womöglich fertiggestellt werden, der Betrieb jedoch fraglich sein. Schauen wir im Folgenden daher einmal, was Foolishe Investoren dazu wissen sollten.

Nord Stream 2: Fertiger Bau ohne Nutzen

Genauer gesagt ist es Kramp-Karrenbauer von der CDU, die ein solches Szenario ins Spiel gebracht hat. Ihrer Meinung nach sei die Fertigstellung von Nord Stream 2 kaum mehr zu verhindern. Wie gesagt: Es werden harte Fakten geschaffen. Jedoch sind andere Aspekte überaus fraglich.

Dabei scheint die Politikerin auf den Betrieb anzusprechen. So sei fraglich, ob Erdgas durch die Pipeline in Richtung EU geleitet werde. Sowie auch, wie viel Erdgas durch Nord Stream 2 in Richtung Europa geschleust werden könnte. Die zweite Frage ist für mich potenziell weniger relevant: Wenn der Betrieb erst einmal durch ist, dürfte die Menge ein sekundäres Problem sein.

Damit ergibt sich ein Zweifel am Nutzen der Pipeline, wie derzeit kolportiert wird. Oder aber für mich ein Zweifel daran, ob faktisch aufgrund von US-Sanktionen sowie möglicherweise auch mit dem politischen Hickhack in der Ukraine Nord Stream 2 einen wirtschaftlichen Zweck erfüllt. Zugegebenermaßen hält Russland selbst die Zügel beim Thema Ukraine in der Hand, die US-Sanktionen könnten jedoch eine andere Baustelle sein.

Unveränderte Ausgangslage

Die Ausgangslage ist mit diesen Äußerungen natürlich unverändert. Allerdings zeichnet Kramp-Karrenbauer insgesamt das Szenario für mich sehr treffend: Nord Stream 2 dürfte baulich fertiggestellt werden. Daran gibt es eigentlich kaum Zweifel. Das ist jedoch nicht die Kernfrage, die Investoren derzeit umtreibt.

Es geht inzwischen vielmehr darum, ob es faktisch zu einem Betrieb und zu einem Nutzen kommt. Sowohl die US-Sanktionen als auch das allgemeine politische Gerangel ist dabei insgesamt relevant. Eine Ausgangslage, die für Investoren der Aktie von Gazprom schwierig einzuschätzen ist. Aber es ist manchmal bereits gut, die Ausgangslage zu kennen, um die Chancen und Risiken besser einordnen zu können.

Der Artikel Nord Stream 2: Fertiger Bau ohne Nutzen? ist zuerst erschienen auf The Motley Fool Deutschland.

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Autor: Vincent Uhr, Motley Fool beitragender Investmentanalyst

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