Nordex (WKN: A0D655)-Aktien hätten in den vergangenen 20 Jahren ein gutes Investment sein können. Doch die asiatische Konkurrenz, der Preisdruck und die zwischenzeitlich immer wieder stark steigenden Kosten, führten zu einer volatilen Gewinnentwicklung. Der Aktienkurs folgte ihr und deshalb ist er auch über 20 Jahre kaum gestiegen.

Über einen Mangel an Aufträgen konnte sich der Windanlagenbauer Nordex hingegen nicht beschweren. Auch zukünftig sollten die Bestellungen weiter stark anziehen. So steigt der politische Druck, erneuerbare Energien auszubauen, um so den CO2-Ausstoß zu senken.

Hinzu kommt der aktuelle Russland-Ukraine-Krieg, der Europa dazu zwingt, noch stärker auf erneuerbare Energien zu setzen und die russischen Öl- und Gasimporte zu reduzieren. Für Nordex kommt es deshalb mehr denn je darauf an, die Kosten noch stärker zu senken.

Nordex berichtet über vorläufige Zahlen

Infolge der Pandemie sind die Material- und Logistikkosten stark gestiegen, sodass Nordex sehr wahrscheinlich auch 2021 einen Verlust ausweisen muss. Nach vorläufigen Zahlen erreichte das Unternehmen ein Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) von etwa 50 Mio. Euro. Im Vorjahr lag dieser Wert noch bei 94,0 Mio. Euro. Diese Zahl klingt zunächst positiv, doch bei genauerer Betrachtung genügt sie nicht.

So lag der Jahresumsatz bei 5,4 Mrd. Euro, was einer EBITDA-Marge von nur 0,92 % entspricht. Um eine nachhaltige Profitabilität zu erreichen, müsste sie wahrscheinlich mindestens 10 % betragen. Dennoch stieg der Nordex-Umsatz auch 2021 weiter von 4,7 auf 5,4 Mrd. Euro an. Damit schlug der Konzern sogar seine Prognose von 5,0 bis 5,2 Mrd. Euro.

Auch der Auftragseingang zog von 6,0 auf 7,95 GW kräftig an. Nordex erhöhte seine Investitionsausgaben leicht von 162,9 auf 168,7 Mio. Euro.

CEO langfristig optimistisch

„Die Nordex Group hat sich unter schwierigen Rahmenbedingungen 2021 gut behauptet und ihren Wachstumskurs fortgesetzt: Dies zeigt sich in den gestiegenen Umsatz-, Installations-, Produktions- und Auftragseingangszahlen. Demgegenüber standen die sehr hohen Kosten für Logistik – insbesondere Seefrachten – und Rohstoffe, die unsere Profitabilität, wie erwartet, deutlich belastet haben. Kurzfristig wird das Umfeld herausfordernd bleiben, während die mittel- bis langfristigen Perspektiven sehr positiv bleiben, getrieben durch die globalen Bestrebungen zur Produktion von CO2-freiem Strom und dem jüngsten Fokus, die regionale Energiesicherheit zu gewährleisten“, so der Nordex-CEO José Luis Blanco.

Die Aktie zog zwar aufgrund der Kriegsfolgen zuletzt an, gab jedoch heute (09.03.2022) auf Xetra wieder um 6,12 % nach. Nordex hatte zuvor angekündigt, Ende Juni 2022 sein Rostocker Werk zu schließen, um so die Kosten weiter zu senken. Wahrscheinlich muss jedoch zunächst die Inflation fallen und der Krieg enden, sodass auch die Kosten wieder auf ein erträgliches Maß zurückkehren.

Der Artikel Nordex-Aktie: Zwischen Himmel und Hölle gefangen ist zuerst erschienen auf The Motley Fool Deutschland.

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Christof Welzel besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

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Autor: Christof Welzel, Motley Fool beitragender Investmentanalyst


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