DÜSSELDORF (dpa-AFX) - Nordrhein-Westfalen schließt eine bundesweite Verschärfung der Corona-Maßnahmen nicht aus. "Sollte sich die Gesamtlage nicht zeitnah verbessern, erscheint auch bundesweit ein noch restriktiveres Vorgehen notwendig, um die Zahl der Neuinfektionen überall deutlicher zu reduzieren", sagte NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) am Montag der Deutschen Presse-Agentur in Düsseldorf.

"Dass Länder mit einem flächendeckend zusätzlich herausfordernden Infektionsgeschehen weitere Maßnahmen ergreifen, entspricht der Logik des gemeinsamen Beschlusses der Ministerpräsidenten und der Bundeskanzlerin", erklärte er. Nordrhein-Westfalen setze weiter auf den engen Schulterschluss von Bund und Ländern.

Die Landesregierung beobachte fortlaufend das Infektionsgeschehen und treffe entsprechend ihre Maßnahmen. Das Gesundheitsministerium stehe mit den vier Kommunen, die zurzeit bei einer Wocheninzidenz von über 200 liegen, in Kontakt. In den Gesprächen würden die bestehenden Regelungen und die Infektionslagen in den Kommunen analysiert und unterschiedliche weitere Maßnahmen erörtert und umgesetzt. "Da das Infektionsgeschehen zum Teil sehr unterschiedlich ist, müssen für die Lage vor Ort auch passgenaue Maßnahmen getroffen werden", erläuterte der NRW-Gesundheitsminister.

Wegen der anhaltend hohen Corona-Zahlen ruft das Bundesland Bayern ab dem 9. Dezember erneut den Katastrophenfall aus. Das beschloss das Kabinett am Sonntag. Am Dienstag soll der Landtag darüber abstimmen. Unter anderem gelten dann strengere Regeln in Schulen: So sollen etwa ab Klassenstufe acht die Klassen überall geteilt werden und in Wechselunterricht übergehen. Zudem kippt Bayern die bisher für Silvester geplanten Lockerungen - und führt eine nächtliche Ausgangssperre für alle Städte und Kreise mit einer Inzidenz von mehr als 200 Corona-Neuinfektionen in sieben Tagen pro 100 000 Einwohner ein./vd/DP/eas