ALTWARP/FRANKFURT (Oder) (dpa-AFX) - Auch Tourismusbetriebe in Mecklenburg-Vorpommern bekommen die Auswirkungen des massenhaften Fischsterbens in der Oder zu spüren. "Die Hochsaison ist abrupt abgebrochen", sagte Elke Schmidt vom Campingpark Oderhaff bei Grambin der Deutschen Presse-Agentur am Donnerstag. Bei der Hälfte der derzeitigen Reservierungen kämen die Besucher nicht. Ähnlich äußerte sich Dirk Klein vom Hotel Haffhus weiter östlich in Ueckermünde.

"Wir haben wesentlich weniger Anrufe", sagte Klein. Diejenigen, die Termine anfragten, fragten vermehrt nach der Möglichkeit, zu baden und nach Stornierungsbedingungen. Hinzu kämen mehr Absagen.

Auch in direkt vom Fischsterben betroffenen Regionen in Brandenburg gibt es nach Angaben des Tourismusverbandes Seenland Oder-Spree weniger Urlauber. In Mecklenburg-Vorpommern sind bislang weder Fischkadaver noch auffällige Messwerte im Zusammenhang mit der Umweltkatastrophe bekannt geworden. Vorsorglich raten die Behörden dennoch vom Baden, Angeln, Fischen und der Wasserentnahme aus dem Stettiner Haff ab.

"Es gibt Leute, die gehen baden", sagte Schmidt von deren Campingplatz es nur 50 Meter bis ins Wasser seien. Andere gingen zum Beispiel in Freibäder. Angesichts der unklaren Informationslage entsteht ihrer Meinung nach zu sehr der Eindruck, dass Gefahr vom Haff ausgehe. Klein wies darauf hin, dass das Bad im Haff für viele Besucher eigentlich eher eine untergeordnete Rolle spiele, sie jetzt aber dennoch wegblieben. Oft badeten sie ohnehin in der nahe gelegenen Ostsee.

Kürzlich hatte der Schweriner Umweltminister Till Backhaus (SPD) für den nach seiner Aussage weiterhin gefahrlosen Urlaub im Land geworben. Der Landrat von Vorpommern-Greifswald, Michael Sack (CDU), hatte auf weiter gute Badebedingungen an den Ostsee-Stränden der Insel Usedom hingewiesen.

Die Oder mündet in das Stettiner Haff, durch das die deutsch-polnische Grenze verläuft und das mit der Ostsee vor Usedom verbunden ist. Das Mündungsgebiet ist weit verzweigt und das Haff mit rund 900 Quadratkilometern etwa doppelt so groß wie der Bodensee. Die Ursache für das Fischsterben ist weiter unklar./chh/DP/jha