von Udo Bergstein

Die wieder gestiegenen Gas- und Ölpreise haben den Energieriesen Exxon Mobil und Royal Dutch Shell im abgelaufenen Jahresviertel üppige Gewinne in die Kassen gespült. Dabei überflügelten die beiden Ölkonzerne auch die Erwartungen der Analysten. Auch das norwegische Erdöl-Unternehmen Statoil konnte seinen Nettoertrag deutlich erhöhen.

Im Zeitraum von Juli bis September erzielte Exxon Mobil, der ehemals größte Konzern der Welt, einen Gewinn in zweistelliger Milliardenhöhe. Insgesamt blieben 10,3 Milliarden US-Dollar in den Taschen des texanischen Ölmultis, wovon der Löwenanteil mit rund 81,5 Prozent auf das Raffineriegeschäft entfällt. Im Vergleich zum entsprechenden Vorjahresquartal ist das ein Plus von knapp drei Milliarden US-Dollar. Auch wenn die Produktion um vier Prozent zurückgeschraubt wurde, konnte der Umsatz von 95,3 auf 125,3 Milliarden US-Dollar gesteigert werden. Die Aktie von Exxon Mobil befand sich Donnerstagnachmittag mit 0,2 Prozent minimal im grünen Bereich.

Mit seiner positiven Quartalsbilanz ist das US-Unternehmen in guter Gesellschaft. Denn auch beim britisch-niederländischen Rivalen Royal Dutch Shell, der zuletzt verstärkt in neue Gasfelder in Katar investierte, fielen die Gewinne gewaltig aus. Unter Berücksichtigung von Sondereffekten belief sich der Überschuss auf knapp sieben Milliarden US-Dollar. In Expertenkreisen ging man lediglich von 6,61 Milliarden US-Dollar aus. Europas größter Ölkonzern konnten damit seinen Nettoertrag gegenüber dem Vorjahreszeitraum verdoppeln.

Durch die Erhöhung der Fördermenge in der Nordsee nahmen auch die Gewinne des norwegischen Unternehmens Statoil zu, und zwar um 50 Prozent. In erster Linie profitierten aber alle genannten Ölkonzerne vom anhaltend hohen Rohölpreis. Die US-Sorte WTI etwa notierte im Durchschnitt bei circa 80 US-Dollar je Barrel. Zum Vergleich: Im dritten Quartal des vergangenen Jahres waren es noch zwischen 60 und 75 US-Dollar je Barrel.