Während in den letzten Handelstagen hauptsächlich Kaufstimmung am Ölmarkt herrschte und die Ölpreise weiter nach oben strebten, waren die Vorzeichen zu Wochenbeginn alles andere als positiv. So ging es beispielsweise für Brent C.O. um über 3 Prozent nach unten. Die seit mehreren Handelstagen laufende Ausbruchsbewegung bekam einen ersten kräftigen Dämpfer verpasst. Ihr steht somit eine erste wichtige Bewährungsprobe ins Haus. Die zentrale Frage lautet daher: Kann Brent C.O. die Aufwärtsdynamik beibehalten und die Bewegung wieder aufnehmen?

Bevor wir den vermeintlichen Auslöser für den Rücksetzer vom Montag (25.02.) thematisieren, konzentrieren wir uns zunächst auf die Katalysatoren der vorherigen Aufwärtsbewegung.

Ein wichtiges Thema ist aktuell natürlich der Verlauf der Handelsgespräche zwischen den USA und China. Zuletzt gab es hier immer wieder positive Signale zu beobachten, die darauf schließen lassen würden, dass eine - wie auch immer geartete - Einigung zwischen den beiden Parteien möglich sei. Nicht zuletzt wurden diese Erwartungen auch immer wieder von entsprechenden Kommentaren des US-Präsidenten befeuert. Kurzum; der Markt setzt bereits in diesem Punkt auf eine Einigung. Sollte sie ausbleiben, wäre das sicherlich eine herbe Enttäuschung. Insofern steht der Verlauf der Gespräche unter besonders intensiver Beobachtung. Zwei weitere Punkten dürften für den Ölpreisanstieg mit ausschlaggebend gewesen sein. Zum einen ist es die politisch instabile Lage im ölreichen Venezuela und zum anderen der Umstand, dass die OPEC+ (OPEC und weitere führende Ölproduzenten; u.a. Russland) die im Dezember vergangenen Jahres beschlossenen Förderkürzungen offenkundig konsequent umsetzen. Und nicht nur das. Das führende OPEC-Mitglied Saudi-Arabien überrascht sogar mit einer noch restriktiveren Förderpolitik, was bei der Relevanz Saudi-Arabiens als Ölproduzent natürlich Auswirkungen auf die Ölpreise hatte. In dieser Gemengelage ging die Nachricht ein wenig unter, dass die USA ihrerseits ihre Rohölförderung jüngst auf ein neues Hoch gefahren haben. So gab die Energy Information Administration für die Woche zum 15.02. das Niveau der US-Ölproduktion mit 12,0 Mio. bpd (barrels per day) an.

Der US-Präsident nutzte gestern einmal mehr sein Lieblingsmedium und ließ der Welt in Kurzform wissen, was er von der Preispolitik der OPEC hält; nämlich gar nichts. Seiner Meinung würden die Ölpreise zu hoch steigen und die Welt würde einen weiteren Ölpreisanstieg nicht mehr verkraften können. Das reichte aus, um die Gewinnmitnahmen u.a. bei Brent C.O. zu initiieren und dem Ölpreisanstieg zumindest temporär den Wind aus den Segeln zu nehmen.

Aktuell notiert Brent C.O. bei 65,0 US-Dollar und kann aus charttechnischer Sicht den Aufwärtstrend noch verteidigen. Auf der Unterseite liegen wichtige Unterstützungen bei 63,5 US-Dollar und 58,5 US-Dollar. Auf der Oberseite limitieren die Bereiche um 67,0 US-Dollar und 70,0 US-Dollar.


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