Bevor wir uns dem aktuellen Marktgeschehen am Ölmarkt und damit einhergehend dem Ausblick auf die nächsten Handelstage zuwenden, richten wir noch kurz unseren Blick auf die vergangene Handelswoche, in der es für Brent C.O. zunächst einen Rücksetzer zu verkraften gab. Im weiteren Wochenverlauf konnte sich der Ölpreis zwar stabilisieren, doch insgesamt gilt es, die Chancen auf der Oberseite noch einmal (neu) zu bewerten.

In unserer letzten Kommentierung an dieser Stelle zu Brent C.O. (am 26.02.) hatten wir die Kritik des US-Präsidenten an der Preispolitik der OPEC thematisiert. Vor allem die Kernaussage Trumps, dass die Welt einen weiteren Ölpreisanstieg nicht mehr verkraften würde, sorgte für eine gewisse Unruhe und verfehlte ihre Wirkung am Ölmarkt nicht. Die anschließende Reaktion aus Saudi-Arabien, die noch einmal die Notwendigkeit (zumindest aus Sicht der OPEC) am Festhalten der Förderkürzungsmaßnahmen betonte, sorgte dann für eine gewisse Stabilisierung.

Abgesehen vom politischen Geplänkel über die Deutungshoheit in Sachen Ölpreisniveau war der Ölmarkt mit uneinheitlichen Fundamentaldaten konfrontiert. Schauen wir zunächst auf die Situation in den USA. Um es einmal plakativ zu formulieren: Die Ölquellen in den USA sprudeln immer stärker! Die Rohölförderung in den Vereinigten Staaten legte auch zuletzt zu. Erst kürzlich wurde die Marke von 12 Mio. bpd (barrels per day) geknackt. Aktuell  (für die Woche zum 22.02.) gibt die Energy Information Administration (EIA) die US-Ölproduktion mit 12,1 Mio. bpd an. Um das Ausmaß des Anstiegs der Förderleistung in den USA in den letzten Jahren einmal in Relation zu setzen: Ende Februar 2014 produzierte die USA nur knapp 8,0 Mio. bpd.

Einen Lichtblick lieferte hingegen die Entwicklung der US-Rohöllagerbestände. Die EIA gab in der vergangenen Woche hier einen deutlichen Rückgang bekannt, nachdem der Markt mit einem weiteren Bestandsaufbau gerechnet hatte.

Die zahlreichen Konjunkturdaten der vergangenen Tage, die sowohl in den USA als auch China veröffentlicht wurden, konnten in Summe ebenfalls nicht vollends überzeugen und passten daher ins uneinheitliche Bild. In der neuen Handelswoche sollte man vor allem den Mittwoch (06.03.) mit dem Beige Book der US-Notenbank und den Freitag (08.03.) mit dem US-Arbeitsmarktbericht für Februar auf dem Schirm haben.

Der 6-Monats-Chart von Brent C.O. bestätigt das fundamentale Gesamtbild. Knapp oberhalb des ehemaligen Ausbruchsniveaus von 63,5 US-Dollar hat sich in den Grenzen 67,5 US-Dollar und 65,0 US-Dollar eine Handelsspanne etabliert. Der Markt wartet auf frische Signale...

 


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