Mit Blick auf die zurückliegenden Handelstage kann man sich nicht den Eindrucks erwehren, dass Brent C.O. und auch WTI Oil gegenwärtig Gefahr laufen könnten, Hochpunkte und damit potentielle Trendwendemarken auszubilden. Zwar überwiegen aus charttechnischer Sicht noch immer die bullischen Signale, doch das Unvermögen der Ölpreise, neue Aufwärtsdynamik zu kreieren, sollte unserer Meinung nach zur Vorsicht mahnen.

Bereits in unserer letzten Kommentierung zu Brent C.O. thematisierten wir die fehlende Durchschlagskraft des aktuellen Kaufsignals. Aus dem bullischen Blickwinkel betrachtet müssen neue frische Signale her, um das Chartbild auf der Oberseite zu klären. Anderenfalls läuft Brent C.O. Gefahr, doch noch nach unten abzudrehen. Ganz ähnlich sieht es auch bei WTI Oil aus.

Der Hauptgrund für die aktuell zurückhaltende Entwicklung bei den Ölpreisen dürfte in den (erneut) aufgeflammten Rezessionsängsten liegen. Die überhastet wirkenden Maßnahmen der US-Notenbank sowie eine Reihe enttäuschender Konjunkturdaten schürten diese. Die letzte Handelswoche zeigte aber auch, dass durchaus noch Aufwärtspotential vorhanden zu sein scheint, denn als am vergangenen Donnerstag (21.03.) beispielsweise wichtige US-Konjunkturdaten (Philly-Fed-Herstellungsindex sowie die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenunterstützung als Indikator für den US-Arbeitsmarktbericht) positiv überraschten, konnten auch die Ölpreise davon profitieren; zumindest temporär, denn am Freitag (22.03.) drehte sich der Wind wieder, als insbesondere Wirtschaftsdaten aus Europa die Stimmung erneut eintrübten.

Schauen wir noch kurz auf die aktuellen Daten der EIA (Energy Information Administration) für die Woche zum 15.03. Vor allem die Entwicklung der US-Rohöllagerbestände konnte hier positive Akzente setzten. Die EIA vermeldete einen überraschend deutlichen Rückgang der Bestände. Bereits die Daten für die Woche zum 08.03. überraschten positiv. Der erneute Anstieg der US-Rohölproduktion auf das Niveau von 12,1 Mio. bpd (Vorwoche 12,0 Mio. bpd) ließ dann allerdings nicht allzu großen Optimismus aufkommen.  Frische Daten gibt es am Mittwoch (27.03.).

An der charttechnischen Konstellation bei Brent C.O. hat sich seit unserer letzten Kommentierung herzlich wenig geändert. Es will sich nach wie vor kein Zug in Richtung 70,0 US-Dollar einstellen. Auf der Unterseite gilt es unverändert, die Unterstützungen bei 65,0 US-Dollar und 63,5 US-Dollar zu beachten.

Bei WTI Oil ist der Sachverhalt ganz ähnlich gelagert. Das Kaufsignal, das sich mit dem Ausbruch über die 57,8 US-Dollar generiert hatte, vermag es nicht, den Ölpreis durch die psychologisch wichtige Marke von 60,0 US-Dollar zu drücken. Ein vielversprechender Vorstoß scheiterte kürzlich. Mit aktuell knapp 59,0 US-Dollar bleibt WTI Oil im Anziehungsbereich der Ausbruchsmarke. Ein Rücksetzer unter dieses Niveau würde das Chartbild deutlich eintrüben.


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