NEW YORK/LONDON (dpa-AFX) - Die Ölpreise haben am Donnerstag ihre zur Wochenmitte erzielten Gewinne ausgebaut. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent kostete zuletzt 93,78 US-Dollar. Das waren 1,37 Dollar mehr als am Vortag. Der Preis für ein Barrel der US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) mit Lieferung im November stieg um 1,77 Dollar auf 87,32 Dollar.

Marktbeobachter verwiesen unter anderem auf einen Bericht der Nachrichtenagentur Bloomberg. Demnach soll in der chinesischen Führung über eine teilweise Rücknahme von Maßnahmen im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus diskutiert werden. In den vergangenen Monaten hatte der harte Corona-Kurs der Regierung in Peking bei der Umsetzung einer Null-Covid-Strategie die Wirtschaft gebremst, was am Ölmarkt mehrfach Nachfragesorgen auslöste.

Auch die insgesamt freundliche Stimmung an den Kapitalmärkten stütze die Ölpreise. Durchwachsene Konjunkturdaten aus den USA hatten den Ängsten vor weiteren deutlichen US-Leitzinsanhebungen im Kampf gegen die hohe Inflation keine zusätzliche Nahrung gegeben. Damit griffen Anleger bei riskanten Anlagen wie Aktien oder Rohstoffe zu.

Außerdem wurde auf die jüngste Entwicklung der US-Ölreserven verwiesen. Wie die US-Regierung am Mittwoch gemeldet hatte, waren die amerikanischen Lagerbestände an Rohöl in der vergangenen Woche um 1,7 Millionen Barrel auf 437,4 Millionen Barrel gesunken. Analysten hatten hingegen einen Anstieg um 2,5 Millionen Barrel erwartet. Sinkende US-Ölreserven stützen in der Regel die Ölpreise./la/he

Quelle: dpa-AFX