Nach einer brillanten Rallye ist die Orbcomm-Aktie zwischendurch in eine Konsolidierungsphase eingetreten. Diese scheint nun jedoch vorüber. Als bekannt wurde, dass Orbcomm von GI Partner übernommen werden soll, ist die Freude an der Börse groß. 

Orbcomm-Übernahme von GI Partners 

Der Dienstleister für Telekommunikation gab heute bekannt, dass er voraussichtlich von der privaten Investmentfirma GI Partners übernommen wird. Der Kaufpreis soll 1,1 Milliarden US-Dollar betragen. Gemäß der Vereinbarung erhalten die Aktionäre von Orbcomm 11,50 US-Dollar pro Aktie. Dies entspricht 52 Prozent mehr als der Schlusskurs am Mittwoch und 50 Prozent mehr als der Durchschnittspreis der letzten 90 Tage.

„Diese Transaktion wird den Orbcomm-Aktionären einen sofortigen und erheblichen Wert verschaffen und spiegelt das enorme Engagement und die Arbeit unserer Mitarbeiter und Stakeholder wider. Die Partnerschaft mit GI Partners wird uns die Möglichkeit geben, unsere langfristige Strategie zügig voranzutreiben“, so Marc Eisenberg, Chief Executive Officer von Orbcomm.

Eisenberg führt fort: „GI Partners hat eine etablierte Erfolgsbilanz in der Zusammenarbeit mit Unternehmen, um das Wachstum zu beschleunigen und wir freuen uns darauf, weiterhin Innovationen voranzutreiben, unseren globalen Kunden einen erstklassigen Service zu bieten und unseren Marktanteil im industriellen IoT als privat geführtes Unternehmen auszubauen.“ (Die Aussagen des Geschäftsführers wurden vom Englischen ins Deutsche übersetzt).

Der Deal ist jedoch noch nicht in trockenen Tüchern. Orbcomm hat noch einen Monat, genauer bis zum 7. Mai 2021, Zeit, um sich zu entscheiden. Abgeschlossen werden könnte der Vertrag allerdings schon jetzt. Sollte das Unternehmen mit Hauptsitz in New Jersey sich nicht für einen alternativen Deal entscheiden, erfolgt die Übernahme in der zweiten Hälfte diesen Jahres. 

Orbcomm als weltweiter Marktführer im Bereich Satelliten-M2M

Orbcomm betreibt ein Datenkommunikationsnetz, welches weltweit Textnachrichten weiterleiten kann. Angewendet wird dies zum Beispiel bei der Verfolgung von Containern, der Überwachung von Maschinen oder der Übermittlung von Messdaten. Das Besondere an der Firma ist, dass sie ein weltweites Satelliten-Netzwerk betreibt. Das Netzwerk basiert auf 29 Kleinsatelliten, die in etwa 800 km Höhe die Welt umkreisen. Die Produkte und Dienste des Konzerns werden also mit Daten von eigenen Satelliten versorgt. 

Orbcomm-Papiere im Höhenflug 

Die Aktie von Orbcomm schießt nach Bekanntmachung der potentiellen Übernahme rund 50 Prozent nach oben. Gegenwärtig notiert der Titel in Frankfurt  mit 50,82 Prozent bei 9,63 Euro. In New York ist er 11,51 US-Dollar wert (+51,98  Prozent).