Lithium, Bitcoin und Marihuana, das sind drei Themen, die alle schon mindestens eine wahnsinnige Hypephase hinter sich haben. Mit der sich nun ausweitenden Coronakrise und der absehbar einbrechenden Konjunktur könnten solche Alternativen zu „normalen“ Aktien und Währungen wieder interessant werden.

Lithium: Ausgebremster Boom

2020, das ist das Jahr, wo die Elektromobilität ihren großen Durchbruch feiern sollte. Vor allem Volkswagen (WKN: 766403) und Tesla (WKN: A1CX3T) haben in den letzten Monaten aus allen Rohren geschossen, um den Markt zu entwickeln. Auch im Nutzfahrzeugbereich tut sich eine Menge. Viele Städte wollen auf Elektrobusse umstellen und das Angebot an elektrifizierten Lkws ist steil am Steigen.

Vor Kurzem wurde noch über einen Mangel an Batteriezellen geklagt, nun stehen die Bänder still. Das zieht sich durch die gesamte Lieferkette durch, an deren Anfang die Lithiumförderer stehen. Aktien wie Orocobre (WKN: A0M61S) oder Albemarle (WKN: 890167), die Ende 2019 zum Turnaround angesetzt hatten, sind nun wieder in den Keller gerutscht. Das riecht nach einer guten Einstiegsgelegenheit.

Auch wenn zuletzt wieder Meldungen über lithiumfreie Batteriechemie und neuartige Methoden zur Gewinnung von Lithium durch die Presse gingen, denke ich, dass sich auf absehbare Zeit nicht viel an den grundsätzlichen Bedingungen der Industrie ändern wird. Auch dass der temporär stark gefallene Ölpreis jetzt dauerhaft die Elektromobilität ausbremst, halte ich für wenig realistisch. Bei Stromern geht es ja nicht nur um den Energiepreis, sondern auch um Feinstaub und schädliche Abgase sowie das praktische Aufladen an der heimischen Steckdose.

Daneben ist zu bedenken, dass neben der Nachfrage auch bei den Entwicklungsprojekten mit Verzögerungen zu rechnen ist. Deshalb könnten die Preise bald anziehen. Noch heute geht etwa die Hälfte des Lithiumverbrauchs in kleine Batterien für mobile und portable Elektrogeräte sowie industrielle Anwendungen abseits von Energiespeichern. Schätzungen von Albemarle zufolge werden schon 2025 über 80 % in Elektroautos verbaut, bei einer zweieinhalbmal so großen Gesamtnachfrage im Vergleich zu 2019.

Orocobre mit seinen im Branchenvergleich besonders niedrigen Produktionskosten dürfte dabei zu den Profiteuren gehören, zumal ja über die ganze Dekade hinweg mit hohen Wachstumsraten zu rechnen ist.

Bitcoin: Besser als gedacht, aber gut genug?

Dass Bitcoin sich so viele Jahre halten kann, hat mich ehrlicherweise überrascht. Ich hätte nicht gedacht, dass dieses Experiment so lange Anleger auf aller Welt faszinieren kann. Denn wer nach dem Einbruch von 2018 regelmäßig Bitcoins gekauft hat, der kann sich wahrscheinlich aktuell zumindest über einen kleinen Gewinn freuen. Damit scheint es sich, ähnlich wie Gold, durchaus als Wertaufbewahrungsmittel zu bewähren.

Nun verschulden sich die meisten Staaten wieder in hohem Maße und wenn die Wirtschaft noch längere Zeit nicht nach oben dreht, dann könnte Geldentwertung drohen. Die Menge der Bitcoins steigt hingegen in einem festen Rhythmus und damit viel langsamer als Euro und US-Dollar. Viele Fans von Kryptowährungen denken deshalb, dass die Kurse von Bitcoin und Co. schon bald explodieren könnten.

Was sie dabei übersehen: All das ändert nichts daran, dass der Bitcoin-Kurs frei in der Luft schwebt, ohne jeglichen feststellbaren Wert. Wer hier investiert, der begibt sich in die Hände der Geschäftemacher rund um die Zockerplattformen wie Plus500 (WKN: A1W3GY). Es ist in deren Interesse, dass der Bitcoin-Kurs in einer gewissen Bandbreite schwankt und damit interessant bleibt. Sie können die Gewinne aus dem Betrieb der Handelssysteme zur Kurspflege einsetzen.

Auch wenn ein erneutes Hochschießen möglich ist, würde ich dieses Segment weiterhin strikt meiden. Niemand kann wissen, wie lange das Spielchen noch funktioniert. Da allerdings immer gezockt wird, denke ich, dass Plus500 und ähnliche Aktien durchaus spannend sind im Moment. Das denkt wohl auch der Markt, denn die Aktie liegt heute über 10 % höher als noch im Januar (Stand: 27.03.).

Marihuana: Beruhigende Kräuter fürs Depot

Es ist so viel passiert in den letzten Monaten, dass der Cannabisboom schon fast aus dem Blickfeld geraten ist. Nun sind die Kurse so stark gefallen, dass man selbst als gewöhnlicher Anleger in Erwägung ziehen kann, in diesem speziellen Segment nach Depotbeimischungen zu fischen. Beispielsweise hat Aurora Cannabis (WKN: A12GS7) alle Gewinne seit Herbst 2016 abgegeben. Der Abstand zum 52-Wochenhoch beträgt fast 90 %. Bei den meisten anderen Pot-Stocks sieht es ähnlich aus.

Dabei sind die unterliegenden Trends nach wie vor ziemlich intakt. Die Vielfalt an cannabisbasierten Produkten steigt genauso wie das Interesse der Verbraucher. Kurzfristig könnte die Nachfrage sogar hochspringen, wenn die gestressten Nordamerikaner es sich nun notgedrungen zu Hause bequem machen müssen und dabei womöglich auf die entspannende Wirkung der Präparate setzen.

Auf mittlere Sicht ist zu erwarten, dass mehr US-Staaten auf den Zug aufspringen. Die Coronakrise wird vielerorts für leere öffentliche Kassen sorgen. Da kommen die hohen Lizenzeinnahmen aus dem Drogengeschäft sicherlich gelegen. Vielleicht wird aus demselben Grund sogar eine beschleunigte Internationalisierung eingeleitet.

Zwar ist sicherlich mit zahlreichen Pleiten zu rechnen, aber insgesamt bin ich recht zuversichtlich, dass man jetzt Marihuana-Aktien finden kann, die zukünftig wieder zu den Gewinnern gehören werden. Bei der Auswahl würde ich auf drei Aspekte achten: eine gute bilanzielle Verfassung, eine differenzierende Technologie und eine plausible Expansionsstrategie des Managements.

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Ralf Anders besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von Tesla.

Motley Fool Deutschland 2020

Autor: Ralf Anders, Motley Fool beitragender Investmentanalyst

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