HALLE (dpa-AFX) - Der Präsident des Ostdeutschen Sparkassenverbandes, Michael Ermrich, hält Strafzinsen für Kleinsparer in Ostdeutschland für ausgeschlossen. Das sagte er am Donnerstag dem Mitteldeutschen Rundfunk in Halle. Bis 100 000 Euro müssten sich Sparer keine Gedanken machen, so Ermrich. "Auch Verheiratete nicht, sie können dann ja zwei Konten führen."

Der Vorstoß von Finanzminister Olaf Scholz (SPD) zum Verbot von Negativzinsen ist nach Ermrichs Auffassung nicht zielführend. "Das eigentliche Problem ist die Europäische Zentralbank und der Geldverlust für die Sparer durch die niedrigen oder negativen Zinsen der EZB." Da der Staat von diesen profitiere, solle er einen Teil davon an die Sparer abgeben, etwa bei der Berechnung der Riester-Rente.

Geschäftsbanken müssen seit Mitte Juni 2014 Zinsen zahlen, wenn sie Geld bei der Europäischen Zentralbank (EZB) parken. Derzeit verlangt die EZB 0,4 Prozent Strafzinsen. Damit wollen die Währungshüter die Kreditvergabe und so die Wirtschaft im Euroraum ankurbeln. Allein Banken in Deutschland kostet der Negativzins rund 2,3 Milliarden Euro im Jahr./jab/DP/jha